 liegt etwas ab vom Wege.«
    »Schade«, sagte Rex.
    »Ja, man kann es beinah sagen. Ich für meine Person komme schließlich drüber
hin, aber ein Mann wie Sie, Rex, sollte dergleichen mehr wallfahrtartig
auffassen.«
    
    »Ach Czako, Sie reden wieder tolles Zeug, diesmal mit einem kleinen
Abstecher ins Lästerliche. Was soll Wallfahrt hier überhaupt? Und dann, was
haben Sie gegen Wallfahrten? Und was haben Sie gegen die Hohenlohes?«
    »Gott, Rex, wie Sie sich wieder irren. Ich habe nichts gegen die einen, und
ich habe nichts gegen die andern. Alles, was ich von Wallfahrten gelesen habe,
hat mich immer nur wünschen lassen, mal mit dabeizusein. Und ad vocem der
Hohenlohes, so kann ich Ihnen nur sagen, für die hab ich sogar was übrig in
meinem Herzen, viel, viel mehr als für unser eigentliches Landesgewächs. Oder,
wenn Sie wollen, für unsre Autochtonen.«
    »Und das meinen Sie ganz ernstaft?«
    »Ganz ernstaft. Und wir wollen mal fünf Minuten wie vernünftige Leute
darüber reden. Wenn ich sage wir, so meine ich natürlich mich. Denn Sie sprechen
immer vernünftig. Vielleicht ein bisschen zu sehr.«
    Rex lächelte. »Nun gut; ich will's Ihnen glauben.«
    »Also die Hohenlohes«, fuhr Czako fort. »Ja, wie steht es damit? Wie liegt
da die Sache? Da kommt hier so Anno Domini ein Burggraf ins Land, und das Land
will ihn nicht, und er muss sich alles erst erobern, die Städte beinah und die
Schlösser gewiss. Und die Herzen natürlich erst recht. Und der Kaiser sitzt mal
wieder weitab und kann ihm nicht helfen. Und da hat nun dieser Nürnberger
Burggraf, wenn's hoch kommt, ein halbes Dutzend Menschen um sich, schwäbische
Leute, die mit ihm in diese Mördergrube hinabsteigen. Denn ein bisschen so was
war es. Und geht auch gleich los, und die Quitzows und die, die's sein wollen,
rufen die Pommern ins Land, und hier auf diesem alten Cremmer Damm stoßen sie
zusammen, und die paar, die da fallen, das sind eben die Schwaben, die's gewagt
hatten und mit in den Kahn gestiegen waren. Allen vorauf aber ein Graf, so ein
Herr in mittleren Jahren. Der fiel zuerst und versank in den Sumpf, und da liegt
er. Das heißt, sie haben ihn rausgeholt, und nun liegt er in der Klosterkirche.
Und dieser eine, der da voran fiel, der hieß Hohenlohe.«
    »Ja, Czako, das weiß ich ja alles. Das steht ja schon im Brandenburgischen
Kinderfreund.
