 hat immer das rechte Wort gefunden.«
    »Immer. Aber weiter, Molchow.«
    »... Und als nun also die reiche Amerikanerin so runde vierzig Jahr später
ihn wiedersah und sich bei ihm bedanken wollte von wegen des Bildermuseums, in
das er sie halb aus Verlegenheit und halb aus Ritterlichkeit begleitet und ihr
mutmasslich alle Bilder falsch erklärt hatte, da hat er all diesen Dank
abgewiesen und ihr - ich seh und hör ihn ordentlich - in aller Fidelität gesagt,
sie habe nicht ihm, sondern er habe ihr zu danken, denn wenn jener Tag nicht
gewesen wäre, so hätt er das ganze Bildermuseum höchstwahrscheinlich nie zu
sehen gekriegt. Ja, Glück hat er immer gehabt. Im großen und im kleinen. Es
fehlt bloß noch, dass er hinterher auch noch Generaldirektor der Königlichen
Museen geworden wäre, was er schließlich doch auch noch gekonnt hätte. Denn
eigentlich konnt er alles und ist auch beinah alles gewesen.«
    »Ja«, nahm Gnewkow, der aus Langeweile viel gereist war, seinen Urgedanken,
dass solcher Park eigentlich ein Glück sei, wieder auf. »Ich finde, was Molchow
da gesagt hat, ganz richtig; es kommt drauf an, dass man reingezwungen wird,
sonst weiß man überhaupt gar nichts. Wenn ich so bloß an Italien zurückdenke.
Sehen Sie, da läuft man nu so rum, was einen doch am Ende strapziert, und dabei
dieser ewige pralle Sonnenschein. Ein paar Stunden geht es; aber wenn man nu
schon zweimal Kaffee getrunken und Granito gegessen hat, und es ist noch nicht
mal Mittag, ja, ich bitte Sie, was hat man da? Was fängt man da an? Gradezu
schrecklich. Und da kann ich Ihnen bloß sagen, da bin ich ein kirchlicher Mensch
geworden. Und wenn man dann so von der Seite her still eintritt und hat mit
einem Male die Kühle um sich rum, ja, da will man gar nicht wieder raus und
sieht sich so seine funfzig Bilder an, man weiß nicht wie. Is doch immer noch
besser als draußen. Und die Zeit vergeht, und die Stunde, wo man was Reguläres
kriegt, läppert sich so heran.«
    »Ich glaube doch«, sagte der für kirchliche Kunst schwärmende Baron Beetz,
»unser Freund Gnewkow unterschätzt die Wirkung, die, vielleicht gegen seinen
Willen, die Quattrocentisten auf ihn gemacht haben. Er hat ihre Macht an sich
selbst empfunden, aber er will es nicht wahrhaben, dass die Frische von ihnen
ausgegangen sei. Jeder, der was davon versteht...«
    »Ja, Baron, das is es eben. Wer was davon versteht! Aber wer versteht was
davon? Ich jedenfalls nicht.«
    Unter diesen
