, um
ihm durch einen Händedruck zu dem siebenten Töchterchen zu gratulieren. An
Gundermann ging der Alte ohne Notiznahme vorüber. Dies war aber nur Zufall; er
wusste nichts von den Zweideutigkeiten des Siebenmühlners, und nur dieser selbst,
weil er ein schlechtes Gewissen hatte, wurde verlegen und empfand des Alten
Haltung wie eine Absage.
    Als Dubslav wieder draußen war, war natürlich die große Frage: »Ja, was
jetzt tun?« Es ging erst auf elf, und vor sechs war die Geschichte nicht vorbei,
wenn sich's nicht noch länger hinzog. Er sprach dies auch einer Anzahl von
Herren aus, die sich auf einer vor dem Gasthause stehenden Bank niedergelassen
und hier dem Liqueurkasten des »Prinzregenten«, der sonst immer erst nach dem
Diner auftauchte, vorgreifend zugesprochen hatten.
    Es waren ihrer fünf, lauter Kreis- und Parteigenossen, aber nicht eigentlich
Freunde, denn der alte Dubslav war nicht sehr für Freundschaften. Er sah zu
sehr, was jedem einzelnen fehlte. Die da saßen und aus purer Langeweile sich
über die Vorzüge von Allasch und Chartreuse stritten, waren die Herren von
Molchow, von Krangen und von Gnewkow, dazu Baron Beetz und ein Freiherr von der
Nonne, den die Natur mit besonderer Rücksicht auf seinen Namen geformt zu haben
schien. Er trug eine hohe schwarze Krawatte, drauf ein kleiner vermickerter Kopf
saß, und wenn er sprach, war es, wie wenn Mäuse pfeifen. Er war die komische
Figur des Kreises und wurde gehänselt, nahm es aber nicht übel, weil seine
Mutter eine schlesische Gräfin auf »inski« war, was ihm in seinen Augen ein
solches Übergewicht sicherte, dass er, wie Friedrich der Große, jeden Augenblick
bereit war, »die sich etwa einstellenden Pasquille niedriger hängen zu lassen«.
    »Ich denke, meine Herren«, sagte Dubslav, »wir gehen in den Park. Da hat man
doch immer was. An der einen Stelle ruht das Herz des Prinzen, und an der andern
Stelle ruht er selbst und hat sogar eine Pyramide zu Häupten, wie wenn er
Sesostris gewesen wäre. Ich würde gern einen andern nennen, aber ich kenne bloß
den.«
    »Natürlich gehen wir in den Park«, sagte von Gnewkow. »Und es ist
schließlich immer noch ein Glück, dass man so was hat...«
    »Und auch ein Glück«, ergänzte von Molchow, »dass man solchen Wahltag wie
heute hat, der einen ordentlich zwingt, sich mal um Historisches und
Bildungsmässiges zu kümmern. Bismarcken is es auch mal so gegangen, noch dazu mit
'ner reichen Amerikanerin, und hat auch gleich (das heißt eigentlich lange
nachher) das rechte Wort dafür gefunden.«
    »Der
