 auf Friedersdorf, von dem Sie gewiss mal
gehört haben, der hat in seinen Memoiren irgendwo gesagt: er hätte sich aus dem
Dienst gern schon früher zurückgezogen und sei bloß geblieben um des
Schlechtesten willen, was es überhaupt gäbe, um des Geldes willen - und das hat
damals, als ich es las, einen großen Eindruck auf mich gemacht. Denn es gehört
was dazu, das so ruhig auszusprechen. Die Menschen sind in allen Stücken so
verlogen und unehrlich, auch in Geldsachen, fast noch mehr als in Tugend. Und
das will was sagen. Ja, Lorenzen, so ist es... Na, lassen wir's, Sie wissen ja
auch Bescheid. Und dann sind das schließlich auch keine Betrachtungen für heute,
wo ich gewählt werden und den Triumphator spielen soll. Übrigens geh ich einem
totalen Kladderadatsch entgegen. Ich werde nicht gewählt.«
    Lorenzen wurde verlegen, denn was Dubslav da zuletzt sagte, das stimmte nur
zu sehr mit seiner eignen Meinung. Aber er musste wohl oder übel, so schwer es
ihm wurde, das Gegenteil versichern. »Ihre Wahl, Herr von Stechlin, steht, glaub
ich, fest; in unsrer Gegend wenigstens. Die Globsower und Dagower gehen mit
gutem Beispiel voran. Lauter gute Leute.«
    »Vielleicht. Aber schlechte Musikanten. Alle Menschen sind Wetterfahnen, ein
bisschen mehr, ein bisschen weniger. Und wir selber machen's auch so. Schwapp,
sind wir auf der andern Seite.«
    »Ja, schwach ist jeder, und ich mag mich auch nicht für all' und jeden
verbürgen. Aber in diesem speziellen Falle... Selbst Koseleger schien mir voll
Zuversicht und Vertrauen, als er am Donnerstag noch mit mir plauderte.«
    »Koseleger voll Vertrauen! Na, dann geht es gewiss in die Brüche. Wo
Koseleger amen sagt, das ist schon so gut wie Letzte Ölung. Er hat keine
glückliche Hand, dieser Ihr Amtsbruder und Vorgesetzter.«
    »Ich teile leider einigermaßen Ihre Bedenken gegen ihn. Aber was vielleicht
mit ihm versöhnen kann, er hat angenehme Formen und durchaus etwas
Verbindliches.«
    »Das hat er. Und doch, sosehr ich sonst für Formen und Verbindlichkeiten
bin, nicht für seine. Man soll einem Menschen nicht seinen Namen vorhalten. Aber
Koseleger! Ich weiß immer nicht, ob er mehr Kose oder mehr Leger ist; vielleicht
beides gleich. Er ist wie 'ne Baisertorte, süß, aber ungesund. Nein, Lorenzen,
da bin ich doch mehr für Sie. Sie taugen auch nicht viel, aber Sie sind doch
wenigstens ehrlich.«
    »Vielleicht«, sagte Lorenzen. »Übrigens hat Koseleger inmitten seiner
Verbindlichkeiten und schönen Worte doch auch wieder
