 dagegen!
Ich habe meine Lust an ihm, meinen Glauben an ihn, meine Hoffnung auf ihn von
jetzt an freilich nötiger denn je. O ihr alle, alle! Wir sind so gute Nachbarn
gewesen unser ganzes Leben lang - lasst es uns bleiben wir sind ja nur noch so
wenige beisammen! Sieh, das ist nun mein dummer phantastischer Kopf: jetzt ist
es doch wieder ganz anders mit der Welt in Licht und Farbe, als wie es noch vor
fünf Minuten war! Da sah ich ihm noch in die Augen und mit seinem Sieg über die
Welt auch den meinigen drin. Diese entsetzliche Blechmusik da hinter uns! ...
Wie die Leute doch so vergnügt sein können und so geschäftig-eilig! Bitte, lass
uns etwas rascher gehen! - Wozu denn dieser Lärm, diese fürchterliche Eile in
der Welt? Wie wird er darin zurechtkommen? Er hat das ja leider von mir, dass er
es mit nichts, wie andere Leute, eilig hat und sich Zeit zu allem nimmt und gern
allein für sich sitzt, wie seine törichte alte Mutter. O bitte, sage es auch
deinen Eltern, bitte sie, dass sie mich fürs erste wenigstens allein für mich
lassen, bis ich mich wenigstens etwas wieder in mir zur Ruhe gefunden habe. Mein
Gott, sind wir Mütter schuld daran, wenn wir unsern Kindern unser Bestes mit auf
den Weg geben und sie elend dadurch machen? Wenn wir uns getäuscht hätten! Es
wäre zu trostlos, wenn er seinen Willen durchsetzte und den meinigen mit und es
doch nichts weiter als ein Märchengespinst, ein höhnisch-hübsches Schattenspiel
an der Wand wäre! Wenn er mir das Kind heimbrächte und es doch seine
Lebensbedingungen drüben hätte! Komm rasch - rasch nach Hause, bester Junge: der
Strauss pflegt seinen Kopf in den Sand zu stecken, und die alte Doktern Andres
steckt ihren in den Vogelsang. Aber bitte, halte mir für die nächste Zeit deinen
lieben, guten Vater vom Leibe! Ist das nicht der Nachbar Hartleben, der sich
dort in seinem Rollstuhl in die warme Sommerluft fahren lässt? ... Jawohl,
Nachbar, er lässt Sie vor allen anderen noch einmal herzlich grüßen, und Sie tun
mir einen Gefallen, wenn Sie sich heute abend noch auf ein Stündchen zu mir
herüberschieben lassen, dass wir noch ein wenig über ihn zusammen schwatzen
können. Wir zwei müssen jetzt mehr denn je treulich und fest zusammenhalten,
Herr Nachbar.«
    »Jawohl, Frau Nachbarin! Zumal da ich heute mein Grundstück meiner
kümmerlichen Gesundheitsumstände wegen abgegeben habe, bis auf das Haus und den
Morgen Gartenland dabei, um doch wenigstens noch ein bisschen was Grünes vom
Fenster aus im Auge zu haben. Das wird eine großartige Konservenfabrik
