 in der Stadt?«
    Der Büttnerbauer brachte mit Rucken und Zerren ein Säckchen von grauer
Leinwand aus seiner hinteren Rocktasche hervor.
    »Ach so, eine Probe! Ist eigentlich gar nicht nötig, Herr Büttner. Kennen
Ihre Ware schon. Prima, natürlich!«
    Er öffnete das Säckchen aber dennoch und ließ die Körner prüfend durch die
Finger gleiten. »Kaufen wir! Geben den höchsten Marktpreis. Herr Bellwitz,
gleich einen Mann nach dem, Mutigen Ritter' schicken! Der Hafer soll her. -
Inzwischen kommen Sie mal auf ein Augenblickchen hier herein, mein guter Herr
Büttner! Sie müssen mir was über den Saatenstand bei Ihnen da draußen erzählen.«
    Der Bauer befand sich, ehe er sich dessen recht versehen, im Nebenzimmer,
einem kleinen Gemache, dessen einziges Fenster nach dem Hofe hinausführte. Dort
wurde er aufs Sofa genötigt; der rotbärtige Händler nahm ihm gegenüber am Tische
Platz.
    »Nun, mein Lieber, wie steht's denn, wie geht's denn in Halbenau? Ich kenne
dort verschiedene Ökonomen. Mittlerer Boden - was! Liegt auch schon ein bisschen
hoch - was? Sie leiden an späten Frösten. Nachher will das Korn nicht recht
schütten, wenn's vorher noch so schön gestanden hat. Kenne das, kenne die ganze
Geschichte. - Also nun erzählen Sie mir mal. Wie weit ist's mit der Sommerung?«
    »Mei Suhn und de Madel stacken heite de latzten Apern. Hernachen is nur noch
's Kraut. In a Wochen a zwee noch hin, denk'ch, sein mer fertig.«
    »Gratuliere, gratuliere! - Sie haben wohl eine starke Familie, Herr
Büttner?«
    »'s langt zu, Herr Harrassowitz, 's langt Se gerade zu,« meinte der Bauer
und lachte in sich hinein. »Mit de Enkel sein's 'r immer a Mäuler achte, die
gefittert sein wullen - ju, ju!«
    »Nun, um so mehr Hände sind dann auch da zur Bestellung und in der Erntezeit
- nicht wahr, Herr Büttner? Eine zahlreiche Familie ist ein Segen Gottes,
besonders für den Landmann. Ich kenne die ländlichen Verhältnisse, ich kenne
sie! Sie mögen mir das glauben, lieber Büttner. - Und wie steht's denn mit der
Winterung?«
    Der Bauer berichtete, dass der Roggen gut durch den Winter gekommen und nur
wenig ausgewintert sei. »Ene wohre Pracht! Wie ene Bürschte, weiß der Hohle, wie
ene Bürschte steht Sie das Korn!«
    »Nun, das ist ja hocherfreulich zu hören! Da hätten wir also die schönsten
Aussichten für eine gute Ernte. Da wird wieder mal schönes Geld unter die Leute
