« meinte der Gastwirt, »wenn
er nich zu huch käme.«
    »Der Marktpreis stieht ja im Blattel.«
    »An Marktpreis mecht'ch nu grode ne zahlen, wenn'ch 'n vun dir nahme, den
Hafer. Du wirst duch an nahen Verwandten ne iberteuern wullen, Traugott.« -
Kaschelernst verstand es, ungemein treuherzig dreinzublicken, wenn er wollte.
    »Vun wegen der Verwandtschaft! ...« rief der Büttnerbauer erregt.
»Sechsdeholb Prozent von an nahen Verwandten furdern, wenn ersch's Geld nötig
hat, das kannst du! - Gih mer aus 'n Wege, ich will furt!«
    Kaschelernst ließ den Kopf des Pferdes nicht los, trotz des drohend
erhobenen Peitschenstils. »Ich will der wos sagen, Traugott!« meinte er, »ich
ha' mersch iberlegt seit neilich wegen der Hypothek von Karl Leberechten. Ich
will dersch Geld mit finf Prozent burgen. Ich will's machen, ock weil du's bist,
Traugott! Du brauchst's am Ende netig. Ich ha' mersch iberlegt; ich will dersch
gahn, mit finf Prozent.«
    Der Bauer blickte seinen Schwager misstrauisch an. Was hatte denn den auf
einmal so umgestimmt? Neulich hatte er noch sechs und ein halb Prozent verlangt,
und keinen Pfennig darunter, wenn er die Hypothek, die dem Büttnerbauer von
seinem Bruder Karl Leberecht gekündigt worden war, übernehmen solle. Dass
Kaschelernst ihm nichts zuliebe tun werde, wusste der Bauer nur zu genau.
Andererseits lockte das Anerbieten. Fünf Prozent für die Hypothek. - Es war
immer noch Geld genug! Vielleicht bekam man's doch noch um ein halb Prozent
billiger in der Stadt. Überhaupt war es vielleicht besser, sich mit Kaschelernst
nicht weiter einzulassen; er besaß ja sowieso weiter oben noch eine Hypothek auf
dem Bauerngute eingetragen, und leider hatte er ja auch überdies Forderungen.
    »No, wie is!« mahnte Kaschelernst den Überlegenden. »Sein mir eenig? Finf
Prozent!«
    »Mir worsch aben racht, wenn'ch 's Geld glei kriegen kennte.«
    »'s Geld is da! Ich ha's huben liegen. Da kannst's glei mitnahmen, Traugott,
uf de Post, wenn de Karl Leberechten auszahlen willst. Also, wie is, sein mer
eenig?«
    Der Bauer similierte noch eine ganze Weile. Er misstraute der Sache. Irgendwo
war da eine Hintertür, die er noch nicht sah. Wenn Kaschelernst die Miene des
Biedermanns aufsetzte, da konnte man sicher sein, dass er einen begaunern wollte.
»Du soist, du hättest's Geld da liegen; soist du?«
    »Tausend Taler und drüber!
