 Art kann ich gerade noch einen gebrauchen.«
    Gustav erwiderte dem Agenten, dass er sich irre, wenn er ihn für einen
Arbeitsuchenden halte.
    »Wer spricht denn von Arbeit! Leute Ihres Schlages stellt man doch nicht zum
Rübenhacken an. Für Sie habe ich ganz was anderes in petto. Sie sind
Unteroffizier gewesen nicht wahr?«
    Gustav bejahte verdutzt. Woher wusste der Mensch das bereits?
    »Ihnen würde ich einen meiner Kontrakte verkaufen, verstehen Sie!« sagte der
Agent, näher an den jungen Mann herantretend mit gesenkter Stimme, andeutend,
dass die anderen das nicht mit anzuhören brauchten. »Das heißt soviel: Ich
übergebe Ihnen einen Auftrag, den ich von einem kleineren Gute erhalten habe, in
eigene Entreprise, verstehen Sie wohl! Sie besorgen sich die Leute selbst und
gehen dann als Vorarbeiter oder Aufseher mit ihnen hinaus.«
    Gustav schüttelte den Kopf. Er verstand durchaus nicht, was jener meinte.
    »Die ganze Sache bedeutet nämlich für Sie ein glänzendes Geschäft, mein
Lieber! Sie verdienen pro Kopf drei bis vier Mark Provision, je nachdem!
Außerdem bekommen Sie Ihren Vorarbeiterlohn und im Herbst eine schöne
Gratifikation, wenn die Arbeit zur Zufriedenheit ausgeführt ist. Ich dächte, so
etwas sollte man nicht ohne weiteres von der Hand weisen. Also wie steht's, sind
wir einig?«
    Der Händler hielt die Hand ausgestreckt. Gustav sah ihn nur verwundert an.
Da kam alles so Hals über Kopf! -
    »Hier! lesen Sie sich mal das Ding hier durch! Das ist ein
Vorarbeiterkontrakt. Die Wirtschaft, für die Sie Leute zu engagieren haben
würden, ist ein Vorwerk. Vier bis fünf Männer und eine Mandel Mädchen etwa
würden genügen. Lesen Sie sich das mal durch! Ich komme nachher wieder zu Ihnen.
Dann wollen wir weiter sprechen. Wir werden schon handelseinig werden. - Sie
sind ja ein heller Kopf!! Das habe ich neulich in Halbenau gemerkt.« Damit
klopfte er Gustav auf die Schulter, blickte ihn verschmitzt lächelnd von der
Seite an, als wolle er sagen »wir verstehen uns!« und ging dann zu anderen.
    Gustav blickte in das Papier, welches er ihm gelassen hatte. Darin stand,
dass der Vorarbeiter N.N. sich verpflichte, mit einer Anzahl kräftiger Männer und
Mädchen auf das Gut X. zu kommen, um dort gewisse Arbeiten auszuführen. Es
folgten die einzelnen Arbeiten und die Lohnbedingungen. Gustav las die lange
Reihe von Paragraphen nicht durch. Sollte er sich mit dieser Sache auch nur von
ferne einlassen? Er und Leute anwerben im Auftrage eines Fremden, für ein Gut,
das er gar nicht einmal kannte, ja noch schlimmer, für Verhältnisse, die ihm
gänzlich neu waren
