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bestanden haben sollen.«
    »Was solche Blätter auch alles schreiben«, sagte Johanna, die verstimmt war,
ihre Neuigkeit überholt zu sehen. »Ja«, sagte Roswita. »Und das lesen nun die
Menschen und verschimpfieren mir meine liebe, arme Frau. Und der arme Major. Nun
ist er tot.«
    »Ja, Roswita, was denken Sie sich eigentlich. Soll er nicht tot sein? Oder
soll lieber unser gnädiger Herr tot sein?«
    »Nein, Johanna, unser gnäd'ger Herr, der soll auch leben, alles soll leben.
Ich bin nicht für totschiessen und kann nicht mal das Knallen hören. Aber
bedenken Sie doch, Johanna, das ist ja nun schon eine halbe Ewigkeit her, und
die Briefe, die mir gleich so sonderbar aussahen, weil sie die rote Strippe
hatten und drei- oder viermal umwickelt und dann eingeknotet und keine Schleife
- die sahen ja schon ganz gelb aus, so lange ist es her. Wir sind ja nun schon
über sechs Jahre hier, und wie kann man wegen solcher alten Geschichten...«
    »Ach, Roswita, Sie reden, wie Sie's verstehen. Und bei Lichte besehen, sind
Sie schuld. Von den Briefen kommt es her. Warum kamen Sie mit dem Stemmeisen und
brachen den Nähtisch auf, was man nie darf; man darf kein Schloss aufbrechen, was
ein anderer zugeschlossen hat.«
    »Aber, Johanna, das ist doch wirklich zu schlecht von Ihnen, mir so was auf
den Kopf zuzusagen, und Sie wissen doch, dass sie schuld sind und dass Sie wie
närrisch in die Küche stürzten und mir sagten, der Nähtisch müsse aufgemacht
werden, da wäre die Bandage drin, und da bin ich mit dem Stemmeisen gekommen,
und nun soll ich schuld sein. Nein, ich sage...«
    »Nun, ich will es nicht gesagt haben, Roswita. Nur Sie sollen mir nicht
kommen und sagen: Der arme Major. Was heißt der arme Major! Der ganze arme Major
taugte nichts; wer solchen rotblonden Schnurrbart hat und immer wribbelt, der
taugt nie was und richtet bloß Schaden an. Und wenn man immer in vornehmen
Häusern gedient hat, aber das haben Sie nicht, Roswita, das fehlt Ihnen
eben..., dann weiß man auch, was sich passt und schickt und was Ehre ist, und
weiß auch, dass, wenn so was vorkommt, dann geht es nicht anders, und dann kommt
das, was man eine Forderung nennt, und dann wird einer totgeschossen.«
    »Ach, das weiß ich auch; ich bin nicht so dumm, wie Sie mich immer machen
wollen. Aber
