 herüberkamen.«
    »Ich könnte dir erwidern, dass Kinder am besten beobachten. Aber ich mag
nicht, das sind ja alles bloß Allotria. Ich will wissen, wie's mit Mamas Augen
steht.«
    Frau von Briest erzählte nun, dass es der Augenarzt für Blutandrang nach dem
Gehirn ausgegeben habe. Daher käme das Flimmern. Es müsse mit Diät gezwungen
werden; Bier, Kaffee, Tee - alles gestrichen und gelegentlich eine lokale
Blutentziehung, dann würde es bald besser werden. »Er sprach so von vierzehn
Tagen. Aber ich kenne die Doktorangaben; vierzehn Tage heißt sechs Wochen, und
ich werde noch hiersein, wenn Innstetten kommt und ihr in eure neue Wohnung
einzieht. Ich will auch nicht leugnen, dass das das Beste von der Sache ist und
mich über die mutmasslich lange Kurdauer schon vorweg tröstet. Sucht euch nur
recht was Hübsches. Ich habe mir Landgrafen- oder Keitstrasse gedacht, elegant
und doch nicht allzu teuer. Denn ihr werdet euch einschränken müssen.
Innstettens Stellung ist sehr ehrenvoll, aber sie wirft nicht allzuviel ab. Und
Briest klagt auch. Die Preise gehen herunter, und er erzählt mir jeden Tag, wenn
nicht Schutzzölle kämen, so muss er mit einem Bettelsack von Hohen-Cremmen
abziehen. Du weißt, er übertreibt gern. Aber nun lange zu, Dagobert, und wenn es
sein kann, erzähle uns was Hübsches. Krankheitsberichte sind immer langweilig,
und die liebsten Menschen hören bloß zu, weil es nicht anders geht. Effi wird
wohl auch gern eine Geschichte hören, etwas aus den Fliegenden Blättern oder aus
dem Kladderadatsch. Er soll aber nicht mehr so gut sein.«
    »Oh, er ist noch ebensogut wie früher. Sie haben immer noch Strudelwitz und
Prudelwitz, und da macht es sich von selber.«
    »Mein Liebling ist Karlchen Miessnick und Wippchen von Bernau.«
    »Ja, das sind die Besten. Aber Wippchen, der übrigens - Pardon, schöne
Kousine - keine Kladderadatschfigur ist, Wippchen hat gegenwärtig nichts zu tun,
es ist ja kein Krieg mehr. Leider. Unsereins möchte doch auch mal an die Reihe
kommen und hier diese schreckliche Leere«, und er strich vom Knopfloch nach der
Achsel hinüber, »endlich loswerden.«
    »Ach, das sind ja bloß Eitelkeiten. Erzähle lieber. Was ist denn jetzt
dran?«
    »Ja, Kousine, das ist ein eigen Ding. Das ist nicht für jedermann. Jetzt
haben wir nämlich die Bibelwitze.«
    »Die Bibelwitze? Was soll das heißen...? Bibel und Witze gehören nicht
zusammen.«
    »Eben deshalb sagte ich, es sei nicht für jedermann. Aber ob zulässig oder
nicht, sie stehen jetzt hoch im Preise
