, Helene Munk hat unsern Otto
glücklich gemacht, und es ist mir höchst wahrscheinlich, dass Hildegard Munk
unsren Leopold auch glücklich machen würde, ja noch glücklicher. Und wär auch
keine Hexerei, denn einen besseren Menschen als unsren Leopold gibt es
eigentlich überhaupt nicht; er ist schon beinah eine Suse...«
    »Beinah?« sagte Jenny. »Du kannst ihn dreist für voll nehmen. Ich weiß
nicht, wo beide Jungen diese Milchsuppenschaft herhaben. Zwei geborene Berliner,
und sind eigentlich, wie wenn sie von Herrnhut oder Gnadenfrei kämen. Sie haben
doch beide was Schläfriges, und ich weiß wirklich nicht, Treibel, auf wen ich es
schieben soll...«
    »Auf mich, Jenny, natürlich auf mich...«
    »Und wenn ich auch sehr wohl weiß«, fuhr Jenny fort, »wie nutzlos es ist,
sich über diese Dinge den Kopf zu zerbrechen, und leider auch weiß, dass sich
solche Charaktere nicht ändern lassen, so weiß ich doch auch, dass man die
Pflicht hat, da zu helfen, wo noch geholfen werden kann. Bei Otto haben wir's
versäumt und haben zu seiner eignen Temperamentlosigkeit diese temperamentlose
Helene hinzugetan, und was dabei herauskommt, das siehst du nun an Lizzi, die
doch die größte Puppe ist, die man nur sehen kann. Ich glaube, Helene wird sie
noch, auf Vorderzähne-Zeigen hin, englisch abrichten. Nun, meinetwegen. Aber ich
bekenne dir, Treibel, dass ich an einer solchen Schwiegertochter und einer
solchen Enkelin gerade genug habe und dass ich den armen Jungen, den Leopold,
etwas passender als in der Familie Munk unterbringen möchte.«
    »Du möchtest einen forschen Menschen aus ihm machen, einen Kavalier, einen
sportsman...«
    »Nein, einen forschen Menschen nicht, aber einen Menschen überhaupt. Zum
Menschen gehört Leidenschaft, und wenn er eine Leidenschaft fassen könnte, sieh,
das wäre was, das würd ihn rausreissen, und sosehr ich allen Skandal hasse, ich
könnte mich beinah freuen, wenn's irgend so was gäbe, natürlich nichts
Schlimmes, aber doch wenigstens was Apartes.«
    »Male den Teufel nicht an die Wand, Jenny. Dass er sich aufs Entführen
einlässt, ist mir, ich weiß nicht, soll ich sagen leider oder glücklicherweise,
nicht sehr wahrscheinlich; aber man hat Exempel von Beispielen, dass Personen,
die zum Entführen durchaus nicht das Zeug hatten, gleichsam, wie zur Strafe
dafür, entführt wurden. Es gibt ganz verflixte Weiber, und Leopold ist gerade
schwach genug, um vielleicht einmal in den Sattel einer armen und etwas
emanzipierten Edeldame, die natürlich auch Schmidt heißen kann, hineingehoben
und über die
