, als du mir's sagtest.
Aber als du mir dann sagtest, dass die Kommerzienrätin sich ärgern würde, da
gönnt ich's ihr un dachte, warum nich? warum soll es nich gehen? Un wenn der
Leopold auch bloß ein Wickelkind is, Korinnchen wird ihn schon aufpäppeln und
ihn zu Kräften bringen. Ja, Korinna, so dacht ich un hab es dir auch gesagt.
Aber es war ein schlechter Gedanke, denn man soll seinen Mitmenschen nich
ärgern, auch wenn man ihn nich leiden kann, un was mir zuerst kam, der Schreck
über deine Verlobung, das war doch das Richtige. Du musst einen klugen Mann
haben, einen, der eigentlich klüger ist als du - du bist übrigens gar nich mal
so klug - un der was Männliches hat, so wie Schmolke, un vor dem du Respekt
hast. Un vor Leopold kannst du keinen Respekt haben. Liebst du 'n denn noch
immer?«
    »Ach, ich denke ja gar nicht dran, liebe Schmolke.«
    »Na, Korinna, denn is es Zeit, un denn musst du nu Schicht damit machen. Du
kannst doch nich die ganze Welt auf den Kopp stellen un dein un andrer Leute
Glück, worunter auch dein Vater un deine alte Schmolke is, verschütten un
verderben wollen, bloß um der alten Kommerzienrätin mit ihrem Puffscheitel und
ihren Brillantbommeln einen Tort anzutun. Es is eine geldstolze Frau, die den
Apfelsinenladen vergessen hat un immer bloß ötepotöte tut un den alten Professor
anschmachtet un ihn auch Wilibald nennt, als ob sie noch auf 'n Hausboden
Versteck miteinander spielten un hinterm Torf stünden, denn damals hatte man
noch Torf auf 'm Boden, un wenn man runterkam, sah man immer aus wie 'n
Schornsteinfeger - ja, sieh, Korinna, das hat alles seine Richtigkeit, un ich
hätt ihr so was gegönnt, un Ärger genug wird sie woll auch gehabt haben. Aber
wie der alte Pastor Thomas zu Schmolke un mir in unsrer Traurede gesagt hat:
Liebet euch untereinander, denn der Mensch soll sein Leben nich auf den Hass,
sondern auf die Liebe stellen (dessen Schmolke un ich auch immer eingedenk
gewesen sind) - so, meine liebe Korinna, sag ich es auch zu dir, man soll sein
Leben nich auf den Hass stellen. Hast du denn wirklich einen solchen Hass auf die
Rätin, das heißt einen richtigen?«
    »Ach, ich denke ja gar nicht dran, liebe Schmolke.«
    »Ja, Korinna, da kann ich dir bloß noch mal sagen, dann is es wirklich die
höchste Zeit, dass was geschieht. Denn wenn du ihn nicht liebst und ihr nich
hasst, denn weiß ich nich, was
