 viele
Begleitstrophen und Begleitgegenstrophen zu der Geschichte, wie du willst; ich
für mein Teil denke doch nur: da habe ich dem guten alten Kerl doch noch eine
nette Erinnerung an die alte gemütliche Heimat mit aufs Schiff gegeben.«
    Ich konnte nur durch eine matte Handbewegung antworten; Stopfkuchen warf
noch einen Blick in die Gasse und einen hinter den Schenktisch und sagte:
    »Von allen Menschen, so auf Erden um diese grausame und erschreckliche
Historie herum wandelten, schnüffelten und sich die Köpfe zerbrachen, hätte von
Rechts wegen ich der letzte sein sollen, dem das Vergnügen, sie vor einer
gemalten Leinwand und zu einer Drehorgel kundzumachen, aufgehalst werden durfte.
Meinst du nicht, Eduard?«
    »Aber nein - nein! Du, der Mann und Eroberer der Roten Schanze, der Schützer
und Trostbringer der armen Valentine, der - Rechtsnachfolger, ja der
Rechtsnachfolger des Bauern Quakatz!«
    »Ach was, ich meine natürlich dem Charakter und der körperlichen Veranlagung
nach, Menschenkind! Ich hatte doch sowohl dem einen wie der andern nach gar
nichts damit zu tun. Was hatte der dicke Schaumann vor und von der Roten Schanze
mit Kienbaums Morde und Kienbaums Mörder zu schaffen, soweit es auf die
juristische Lösung der Frage ankam? Nichts! Gar nichts! Nun, das Schicksal hat's
mir so bestimmt, und ich kann denn weiter nichts dagegen machen, als mir
wenigstens die Form vorzubehalten oder auszuwählen. Kommt diesselbe der
Weltregierung und allerhöchsten Justiz nicht dramatisch effektvoll genug heraus,
so ist das nicht meine Schuld. Na, wenn mich Meta da hinter der Anrichte noch
nicht ganz versteht, so würde mich ein gewisser Stratforder Poet gewiss schon
verstehen und sich auf der Stelle vornehmen, auch aus mir mal was Dramatisches
zu machen.«
    »Riefen Sie, Herr Schaumann?« fragte es über die »Anrichte« und um den
Gläserschrank herum. »Wünschen Sie etwas?«
    »Nein, Herz. Jetzt noch nicht, aber bald. Bleib jedenfalls in der Nähe: wir
brauchen dich ganz gewiss noch, und ich kann durchaus nicht ohne dich fertig
werden.«
    »Ich bin immer hier und höre mit beiden Ohren.«
    »Schön. Bist ein gutes Mädchen. Also, lieber Eduard, wir, meine Frau und
ich, haben dir vorhin den Tag über unter unsern Bäumen und hinterm Wall des
Prinzen Xaver einiges über die letzten Jahre unseres alten Herrn, unseres Vaters
Andres, mitgeteilt und du wirst daraus entnommen haben, dass es unser Bestreben
gewesen sein musste, sie ihm so behaglich als möglich zu machen. Das ist uns
gottlob, soweit es eben möglich war, gelungen. Zu dieser Aufgabe konnte mich die
ewige Gerechtigkeit schon eher, sowohl meiner Körper- wie Geisteskonstitution
