 allein übernehme, muss ich dem Fritz so viel
auszahlen, dass er sich ein eigenes kaufen kann.«
    »Ich - will - arbeiten,« presste Paul hervor und schaute in demütiger Bitte
zu den Brüdern hinüber.
    »Du hast schon zehn Jahre gearbeitet und hast nichts hinter dich gebracht.«
    »Der Brand ist dazwischen gekommen,« stammelte Paul, als ob er um
Entschuldigung bäte für das Unglück, das ihn betroffen hatte.
    »Und nächstes Jahr kommt was Andres dazwischen. Nein, lieber Freund, darauf
können wir uns nicht einlassen.«
    Die Angst, dass er ohne Trost zu den Schwestern würde heimkehren müssen,
schwoll höher und höher in seiner Seele. So sehr übermannte sie ihn, dass seine
Zunge sich löste, und er rief: »Aber mein Gott, so nehmt doch Vernunft an! ...
Ich kann doch nicht mehr wie arbeiten ... Arbeiten will ich wie ein Stück Vieh
... arbeiten Tag und Nacht ... ich will sparen und will hungern, und alles, was
ich erwerbe, soll euch gehören ... Seht mal ... ich habe wirklich schöne
Aussichten ... die Lokomobile wird bald in Ordnung sein ... und das Moor ist
sehr einträglich ... fünfzehn Fuß geht's in die Tiefe ... wirklich, ihr könnt
messen! ... Das Fuder Torf bringt zehn Mark ... und eure Mitgift soll euch
jährlich in Teilzahlungen auf Heller und Pfennig zugeschickt werden.«
    Er sah ihnen mit aufgerissenen Augen ins Gesicht, denn er erwartete, dass sie
jetzt sofort zugreifen würden. Und als sie schwiegen, strich er sich ganz
fassungslos mit der Hand über die Stirn, von der der kalte Schweiß
herniederlief, und murmelte: »Ja - was kann ich denn noch? ... Richtig - noch
mehr will ich tun: ... Ich will mir den Hof vom Vater übergeben lassen und ihn
dann euch zuschreiben, so dass wenn der Vater - stirbt, einer von euch Herr
darauf wird ... Ich will ausziehen und nicht mehr wie Schwarz unterm Nagel mit
mir tragen. - Ist euch das nun genug?«
    Aber sie schwiegen.
    Da ward ihm zumute, als ginge alles unter, woran sein Glaube sich sonst
festgehalten, als wiche der Boden unter seinen Füßen, als würde er selbst ins
Leere hinausgeschleudert. Er faltete die Hände - seine Zähen klapperten - und
wie entgeistert starrte er sie an. - »Ist es denn möglich? Ihr wollt nicht?
Wollt wirklich nicht? - Fasst ihr denn gar nicht, dass es eure Pflicht und
Schuldigkeit ist gutzumachen, was ihr gesündigt habt? ... Sagt euch euer
