 des Leutnants Hegewisch in der Faust beschützte.
    »Mama ist auch tapfer gewesen und hat sich ihr ganzes Leben durch nicht
gefürchtet. Sie ist auch lustig gewesen, dem Großpapa schon zuliebe, wie sie mit
uns lustig gewesen ist, wenn es mit uns nicht gar zu schlimm ging und der Papa
nicht zu krank und zu ärgerlich war. Und der Großpapa ist der Beste aller
Menschen gewesen und niemals ärgerlich. Und er ist auch der Klügste von allen
Menschen gewesen, das hat sie aber noch nicht mal vor dem Papa sagen dürfen,
denn der hat sie damit ausgelacht; ich habe es wohl gemerkt. Aber der Papa hat
wohl nichts dafür gekonnt, denn es hat ja niemand gewusst, wie klug und weise der
Großpapa sei. O der hat Geschichten gewusst, noch viel schöner als der Mama ihre,
weißt du, sagt die Mama, aber das kann doch auch eigentlich keiner glauben! Aber
die Menschen und wir Kinder müssen an die Geschichten glauben, sonst bleibt es
dummes Zeug, und so ist es dem armen Großpapa gegangen. Weil keiner ihm geglaubt
hat, ist er auch arm gewesen und hat mit der Grossmama und der Mama, als sie so
klein war wie wir, in der weiten Welt herumziehen müssen; denn alle seine
Tapferkeit in den Schlachten und seine Klugheit und seine Weisheit hat ihm
nichts geholfen; denn es hat keiner von dem Krieg, in welchem er gewesen ist,
nachher was wissen wollen. Und die Grossmama zuletzt auch nicht, obgleich sie ihn
zuerst darum so liebgehabt hat wie die Mama uns, dich und mich und den seligen
Papa, von dem du nichts mehr weißt, Paule.«
    »Er war böse mit mir und hat mich geschüttelt, wenn ich des Nachts geweint
habe; und Mama hat mir nichts singen dürfen.«
    »Er ist krank gewesen, so schlimm krank, Paule, dass er seine Geige nicht
mehr spielen und nicht mehr anhören konnte; und in ihrer Krankheit wusste auch
Mama manchmal nichts mehr von mir und dir. Ich habe mir nichts daraus gemacht,
wenn er krank nach Hause gekommen ist und mich geschlagen hat; denn wenn er
nachher eingeschlafen ist, hat mich die Mama am liebsten auf den Schoss genommen
und mir die schönsten Geschichten erzählt. Die Mama hat so sehr viel in ihrem
Leben erlebt, denn sie ist ja schon vier Jahre vor dem Kriege geboren, in
welchem der Großpapa die größten Heldentaten verrichtet hat und Offizier und
Leutnant geworden ist, und ich will auch viel erleben. Und ihre Mama, unsere
Grossmama, ist eine so sehr vornehme Frau gewesen, und sie sind alle so weit in
der Welt herumgezogen, und weil sie so viele Not gelitten haben und keiner dem
Großpapa geglaubt hat
