 Baron aus dem
Spiele zu lassen; er gehört nicht in den Brief.«
    »Dann muss ich ihn gleichfalls streichen? In meinem Brief steht er auch.«
    »Du tust mir einen Gefallen. Weiter, Franz!«
    »Von Postoffizials Fanni habe ich ein schönes Einmerkerl bekommen, worauf
steht: Aus Liebe und mein Name. Es ist sehr fein gestickt, rosa und grün.«
    Eugen, der mit gespanntester Aufmerksamkeit zuhörte, bemerkte hier: »O, die
Fanni ist gut, sie hat mir zwei Kartennetze und einen Bilderbogen geschenkt.
Soll ich das dem Fräulein nicht auch schreiben?«
    »Natürlich schreiben wir das dem Fräulein auch.«
    Worauf Hermann: »Damit sie sich ein Beispiel daran nimmt und Dir aus Italien
auch etwas schickt. Eigentlich ist es sonderbar, dass sie uns erst zweimal
geschrieben und noch gar nichts geschickt hat, außer ein bisschen Lavasand vom
Vesuv neulich. Neujahr wäre doch eine schöne Gelegenheit gewesen, nicht wahr,
Herr Schlichting?«
    »O, die bringt es selber mit. In Italien wird das Schicken recht schwer
sein,« beruhigte Franz. »Wartet nur, bis sie wieder kommt. Fräulein Flora kommt
gewiss nicht mit leeren Händen; ich wette, sie bringt etwas mit.«
    »Das wollen wir hoffen,« schnitt Schlichting weitere Abschweife ab. »Und nun
komm' rasch zu Ende, Franz.«
    »Unsere Gusti hat von Mama zu ihrem Namenstage eine Kapuze bekommen, wie die
Ihrige, aber anders, Mutter und Vater sind wie sonst, nur der Vater ist noch
dicker geworden - -«
    »Unsinn!« rief Hermann dazwischen.
    - - »dicker geworden und die Mama ist manchmal traurig.«
    »Das lässt Du besser weg, Franz,« bemerkte Schlichting.
    Franz schüttelte den Kopf: »Die Rüben bleiben weg, Vater und Mutter bleiben
auch weg, da bleibt nicht mehr viel übrig.«
    »Was hast Du sonst noch geschrieben?« fragte Schlichting den nachdenklich
gewordenen Knaben.
    »Ich habe geschrieben, dass wir Zeitlang nach dem Fräulein haben und dass wir
uns freuen, wenn wir sie bald wieder sehen -«
    »Das ist brav, Franz. Nun schreibst Du noch dazu: Auch Herr Schlichting wird
sich von Herzen freuen, Fräulein Flora einmal zu sehen, am liebsten würde er zu
ihr nach dem schönen Italien reisen, aber er hat jetzt keine Zeit und kein Geld,
eine so weite Reise zu machen. Und dann viele Grüße von ihm und von uns allen.
So, mach' das noch. Der Brief ist ganz nett und wird sie freuen.«
    »Warum schreiben Sie nicht selbst an Fräulein Flora, Herr Schlichting?«
fragte Hermann.
    »
