 oder Afrika werden unternehmen müssen, um ein Heer von
Arbeitssklaven oder besser ein Land zu erobern, das sie liefert. Denn ohne
Einführung der Sklaverei, wer soll denn den ärmeren Bauern die Feldarbeit
verrichten helfen, wer die Jünglinge ernähren? Oder wollt ihr diese besolden,
bis sie zwanzig Jahre alt sind und dann alles verstehen, nur nicht zu arbeiten,
den gezimmerten Tisch und die Bank ausgenommen?«
    »Aber Marie! Was soll denn das heißen?« sagte Martin mit rotüberlaufener
Stirne; »du erwiderst ja mein ehrerbietiges Vertrauen heute mit lauter Satiren,
und das von den bitteren!«
    »Verzeih mir, Martin! Ich bin nicht bitteren Herzens, ich weiß ja, wie du in
allem gesinnt bist! Ich bin bloß ein bisschen traurig, weil ich auch weiß, dass du
einer großen Enttäuschung entgegensteuerst, und das tragen wir in unserm Alter
nicht mehr so leicht wie früher!«
    »In unserm Alter? Woher sind wir alt, wenn wir es nicht wollen sein? Und was
die Illusionen betrifft, so tun sie nicht weh, so wenig als bunte Seifenblasen,
die uns an der Nase platzen!«
    Dies sagte er mehr zum Scherz, um den ernstgewordenen Ton der Frau
abzulenken, der ihm unbequem wurde. Denn unter den zahlreichen Gegnern des so
ausgedehnten Unterrichtswesens hatte noch nicht ein einziger Mann gewagt, sich
in dieser Weise zu äußern.
    »Lassen wir jetzt die Geschichten, die dich nicht freuen,« nahm er wieder
das Wort, »und kommen wir auf die Kinder zu reden, deren Hochzeit du vorhin
gedachtest! Ich wollte dich schon einmal fragen, warum man die jungen Frauen nie
mehr sieht. Oder ist die eine oder andere in meiner Abwesenheit gekommen?
Früher, im Anfang, trafen sie gern etwa bei uns zusammen, wenn sie die Männer in
die Stadt begleiteten, das ist auch seit geraumer Zeit nicht mehr geschehen.«
    Marie Salander wurde noch viel ernster, als sie schon gewesen war, sagte
aber nur:
    »Ich weiß nicht, was es ist, es fällt mir auch auf. Aus ihren knappen
Briefchen ist schon lang nichts mehr zu entnehmen, was sie näher angeht. Ich
dachte, du wüsstest mehr von ihnen, weil du ja mit den Schwiegersöhnen verkehrst,
die sich noch weniger hier sehen lassen.«
    »Es hat auch aufgehört bei mir! Ich habe mich ihrer Dienstleistungen in
ihren Bezirken vertraulich bedient; als ich aber wahrnahm, dass sie zu viel
Brimborium dabei machten und namentlich jede unbedeutende Geschichte zu einer
Reise und Lustbarkeit benutzten, hielt ich es als Schwiegerpapa für meine
Pflicht, diese Art Verkehr einzustellen. Übrigens alles ohne üble Nachrede, denn
es sind immer noch junge Leute!«
    Frau Salander seufzte
