 Tropfen Blut dabei vergisst, wird ihm sein ganzes Vermögen
weggenommen. Heißt ein Kopf, ein eiserner Kopf!
    Jetzt war ich sehr neugierig, was Schaje tun wird. Ich hab' geglaubt, er
wird sagen: Gut, mein Vermögen soll hin sein, aber mein Recht will ich haben. So
passt es sich für ihn, hat mir geschienen, wenn er schon so ein harter Mensch
ist. Aber er?! - Jetzt will er das Dreifache nehmen!
    Sie geben ihm aber nicht einmal das Einfache, und hier fängt das Unrecht der
Christen an und hört gar nicht auf. Denn was sagt das Mädel weiter? Weil du
einem Christen nach dem Leben getrachtet hast, sollst du selbst sterben!
    Nach dem Leben getrachtet? Warum hat Anton so einen Wechsel unterschrieben?
Warum hat das Gericht erlaubt, dass so ein Wechsel eingeklagt wird? Jetzt fällt
es ihnen ein!
    Schaje windet sich, es hilft ihm nichts. Sie schenken ihm nur dann das
Leben, wenn er sich taufen lässt, und die Hälfte seines Vermögens muss er dem
Anton geben!
    Wirklich sehr bequem! Dreitausend Dukaten ausleihen, nicht zahlen, und für
diese große Müh' vielleicht das Zwanzigfache als Belohnung bekommen!
    Und Schaje?!
    Schaje gehorcht und wird ein Meschumed (Abtrünniger)!
    Meinen Augen hab' ich nicht getraut - aufgesprungen bin ich und hab' die
Fäuste geballt!
    So ein Unrecht! schrei' ich. Das kann ich nicht länger anschauen!
    Zum Glück sind schon alle Leut' aufgestanden, sonst wär' mir's vielleicht
schlecht gegangen.
    Ich aber lauf' allen voran die Treppe hinunter und dann auf und ab vor dem
Hotel.
    Bald war mir heiß, bald haben mir die Zähne geklappert - so aufgeregt bin
ich noch nie gewesen.
    Gott! denk' ich mir, was möcht' ich drum geben, wenn ich in dem Spiel der
Schaje sein könnt'! Aber dann benehm' ich mich anders, entweder geb' ich gleich
nach oder gar nicht!
    Überhaupt hat nur dieser Mensch mir gefallen, der Anton hätt' ich nicht sein
wollen, noch weniger der Blonde. Freilich hätt' ich die auch anders gemacht, als
diese Deutschen. Der Anton, zum Beispiel, hat nur immer dasselbe Gesicht
geschnitten, wie er in Todesangst und wie er gerettet war! Oder der Blonde -
immer fröhlich, auch wie der Freund in Gefahr war!
    Schlechte Pojazen! denk' ich, das muss ich dem Direktor sagen!
    Und ich geh' in den Speisesaal.
    Es war ganz voll - endlich hab' ich ihn herausgefunden: an einem großen
Tisch ist er gesessen, mit vielen Herren und Frauen, die Dicke neben ihm. Er muss
ihnen schon von
