 irgendein
Ereignis von hier abgerufen wurde, und zu diesem Zweck fragte er eines Tages
seinen Vorgesetzten, ob es nicht möglich sei, auf kurze Zeit Urlaub zu bekommen.
    Der blonde Maat pfiff durch die Zhäne. »Das wird schwer halten!« meinte er.
    »Aber ich bin doch ein Freiwilliger!« rief Robert, »ich könnte morgen die
Sache wieder aufgeben, wenn ich wollte!«
    »Hui! Wie das in die Wolken hineinfliegt! Könnte morgen die Sache wieder
aufgeben! Dass du die Nase im Gesicht behältst, mein Junge! Ich sage dir, du
stehst unter dem Kriegsgesetz so gut wie jeder andere Soldat und kannst das
einmal Abgemachte nicht wieder umstossen. Ein Wort, ein Mann, du unruhiger
Geist!«
    Robert errötete. »Ich denke ja auch nicht daran«, erwiderte er hastig. »Aber
was könnte es denn schaden, wenn ich einmal mit der Barkasse auf sechs bis acht
Stunden nicht an Bord wäre?«
    Der Unteroffizier schob vor Schreck die Mütze in den Nacken. »Das ist nicht
schlecht, wahrhaftig! Also auch die Barkasse sollte das Vergnügen mitmachen! Da
müsstest du ja wenigstens sechs Mann zur Bedienung haben!«
    »Die will ich im Hafen schon auftreiben und bezahlen. Kleinere Boote sind
für den Weg durch Klippen und Strudel nicht so recht zu brauchen. In der Nähe
der Insel, die ich besuchen möchte, liegt ein unterseeisches, sehr gefährliches
Korallenriff auf dem damals mein Schiff strandete, überhaupt führt ja der Weg
dorthin über das offene Meer.«
    Gerber schüttelte den Kopf. »Das schlag dir gänzlich aus dem Kopf, Nummer
Acht«, sagte er. »Dafür wirst du nie die Erlaubnis erhalten.«
    »Aber warum denn nicht? Ich bitte Sie, warum nicht?«
    Der Unteroffizier wiegte seinen ganzen Oberkörper hin und her. »Weil das
eine Unmöglichkeit wäre, Nummer Acht, weil das - na - ich sage, es geht nicht.
Wenn du mit der Barkasse spazieren fährst, so möchte ein anderer vielleicht an
Bord eine Gesellschaft geben und der dritte sonst irgend etwas Ausgefallenes
anstellen. Wer Soldat ist, der darf an solche Dinge nicht mehr denken.«
    Robert schwieg, aber der Gedanke ließ ihn nicht mehr los. Von den Franzosen
zeigte sich nichts, an den täglichen Übungen nahm er jetzt zusammen mit den
andern teil und hatte überhaupt das neue Leben an Bord des Kriegsschiffes etwas
besser begriffen und sich hineingelebt, daher plagte ihn die Langeweile
ebensosehr, wie es seinen Trotz herausforderte, so vollständig ohne eigene
Tatkraft zu sein. Auf hoher See wäre noch alles anders gewesen, aber im Hafen
stillzuliegen, täglich mit dem ungeladenen Gewehr zu exerzieren und in den
Freistunden auch noch einer strengen,
