 und hell gerufen: »Jerum, jerum, so schaut ein Schulmeister aus?!«
    Sie hat in ihrem Leben noch keinen Schulmeister gesehen.
    Ich bin bald eingerichtet, habe meine mitgebrachten Habseligkeiten in
Ordnung. Da tritt der Förster in meine Stube. Er hat schier höflich angeklopft.
Er besieht meine Wohnung und frägt: »Ist sie Euch gut genug?«
    »Sie ist gut und wohnlich.«
    »Seid Ihr zufrieden?«
    »Ich hoffe, dass ich es sein werde.«
    »So wird es recht sein.«
    Darauf geht er mehrmals über die Dielen auf und ab und die beiden Hände in
die Hosentaschen gesteckt, bleibt er letztlich vor mir stehen:
    »Und nun seht zu, wie Ihr anheben und fortkommen mögt. Ich gehe morgen davon
und komm nur jeden Samstag in das Winkel herein. Die übrigen Tage habe ich in
anderen Gegenden zu schaffen, meine Wohnung ist in Holdenschlag, vier Wegstunden
von hier. - Gleich eine Schule aufrichten, lieber Mann, das schlagt Euch wohl
aus dem Kopfe. Erst müssen wir mit den Alten fertig werden. Ihr, ich sag's, das
sind Steinschädel! Und dass Ihr's nur gleich wisst, wir haben allerhand Leut' in
unseren Wäldern. Nachweisen lässt sich keiner was Arges, aber sie sind hergezogen
von Aufgang und Niedergang - wesweg, das weiß der Herrgott. Zumeist sind es wohl
Bauersleut' von den vorderen Gegenden herein, die sich in die Wälder geflüchtet
haben, um der Wehrpflicht zu entrinnen. Gibt auch Gesellen unter ihnen, denen
man in der dunklen Nacht nicht gerne begegnet. Wildschützen sind sie alle.
Solange sie nur auf das Tier des Waldes schießen, lassen wir sie frei
herumgehen; das ist nicht zu ändern und man braucht ihrer Hände Arbeit. Wenn sie
aber auch einmal einen Jäger niederbrennen, dann lassen wir sie aus dem Wald
führen. Beweibet sind meisten, aber jeder hat die Seine nicht vom Traualtar
geholt. Werdet Leute antreffen, die in diesem Jahrhundert noch keine
Kirchenglocke gehört und keinen Chorrock gesehen haben. Werdet bald merken, was
das bei den Leuten für Folgen hat. - Tut es, auf welche Weise Ihr glaubt, aber
Ihr müsst vorerst die Leute kennen lernen. Und wenn Ihr dann meint, Ihr würdet
auf sie einzuwirken vermögen, dann werden wir Euch darin unterstützen. Ihr seid
noch recht jung, mein Freund, gebt ach und seid gescheit! - Wenn Ihr wollt, so
nehmt Euch die erste Zeit einen Buben, der Euch mit der Gegend bekannt macht.
Und wenn Ihr was benötigt, so wendet Euch an mich. Gehabt Euch wohl!«
    Nach diesen Worten ist er davongegangen. Das scheint es, ist nun mein Herr
