 mit Glasmalereien versehen werden, und das will
ich besorgen. Ich habe mir rotes, gelbes, blaues und grünes Papier kommen lassen
und arbeite nun schon seit Tagen als Bildschnitzer bei verschlossenen Türen.
    Über den Kirchenheiligen sind die Leute noch nicht einig geworden. Aber ich
habe darüber meine Gedanken. Stellen wir gar keinen auf. »Leute,« habe ich
gesagt, »stellen gar keinen auf. Jeder soll sich den seinen denken nach
Belieben. Die Heiligen sind unsichtbar und im Himmel; wir können sie nur aus
schlechtem Holz nachmachen, und das täte sie leicht verdrießen.«
    »'s mag wohl richtig sein,« haben einige auf diesen Vorschlag geantwortet,
»und wir ersparen die Unkosten.«
    Den Altartisch hat ein Vorhacker vom Karwasserschlag gezimmert. Der
Vorhacker ist ein armer Mann mit reichem Kindersegen; er hat aber für die
Kirchenarbeit kein Entgelt genommen. - »Auf eine gute Meinung tu' ich's«, hat er
gesagt, »für die Meinigen tu' ich's, auf dass mir keines stirbt und keines mehr
dazukommt.«
    Der liebe Gott muss nicht recht verstanden haben; kaum ist der Altartisch
fertig, rückt dem Vorhacker der neunte Bub auf die Welt.
    Um zu zeigen, dass es eine Ehre ist für den Wald, wenn so ein armer Mann ein
gemeinnütziges Werk vollbringt, so nennen wir den Vorhacker, weil er auch einer
ist, der seinen Namen nicht weiß, - den Ehrenwald. - Der Name reicht für seine
neun Buben und für weiteres.
    Der Franz Ehrenwald ist ein geschickter und strebsamer Kopf. Weil ihm der
Altartisch gelungen ist, so will er sich nun ganz auf das Zimmer- und
Tischlerhandwerk verlegen. Er hat sich schon eine Unzahl Werkzeuge gesammelt und
zwei Körbe voll von Hobeln, Reifmessern, Bohrern, Sägen, Beilen, Stemmeisen und
Dingen verschafft, die er gar nicht anzufassen weiß und sein Lebtag nicht
brauchen wird. Aber die Werkzeugkörbe sind sein Stolz, und seine Buben können
ihm keinen größeren Ärger verursachen, als wenn sie in ihren eigenmächtigen
Tischlerarbeiten ihm etwan einen Bohrer verschleppen oder ein Messer schartig
machen. Sie mögen nur brav das Handwerk lernen, die zwei Körbe werden ja einmal
ihre Erbschaft sein.
    Ich habe mehrere Pläne für Wohnhäuser gezeichnet, wie sie gebaut werden
sollen, dass sie dauerhaft, licht, luftig, leicht heizbar, für die Lebensweise
der Leute geeignet und geschmackvoll sind. Nach solchen Plänen hat der Franz
Ehrenwald bereits mehrere Häuser begonnen. Eines davon gehört dem Meisterknecht
Paul in den Lautergräben. Die Bauten sind nicht kostspielig, da der Waldherr das
Holz dazu umsonst gibt; auch sollen sie, sagt man, steuerfrei bleiben.
    So fängt das Geschäft des Meisters Ehrenwald gut an; er muss
