 Hausname, und es ist damit angezeigt, dass der
Besitzer des Hauses Sepp heißt, dessen Vater aber Toni und dessen Großvater
Hansel genannt worden ist. - Die Kat-Hani-Waba-Mirz-Margaret! Da ist die Kati
die Ururgrossmutter der Margaret. - Der Stamm mag doch schon lange in der
Waldeinsamkeit stehen.
    Und so wird eine Person oft durch ein halbes Dutzend Namen bezeichnet und
jeder schleppt die rostige Kette seiner Vorfahren hinter sich her. Es ist das
einzige Erbe und Denkmal.
    Das Wirrsal darf aber nicht so bleiben. Die Namen müssen für das Pfarrbuch
vorbereitet werden. Zu den Taufnamen müssen Zunamen erfunden werden. Das wird
nicht schwer gehen, wenn man der Sache am Kern bleibt. Man benenne die Leute
nach ihren Eigenschaften, oder Beschäftigungen oder Stellungen; das lässt sich
leicht merken und für die Zukunft beibehalten. Ich nenne den Holzarbeiter Paul,
der die Annamirl geheiratet, nicht mehr den Hiesel-Franzel-Paul, sondern kurzweg
den Paul Holzer, weil er die Holzstrünke auf den Riesen zu den Kohlstätten
befördert und die Leute diese Arbeit »holzen« heißen. Der Schwammschlager Sepp,
der seines Vaters Namen vergessen, soll auch nicht mehr anders heißen als der
Schwammschlager, und er und seine Nachkommen mögen angehen, was sie wollen, sie
bleiben die Schwammschlager. Eine Hütte in den Lautergräben nenne ich die
Brunnhütte, weil vor derselben eine große Quelle fließt. Wozu den Besitzer der
Hütte Hiesel-Michel-Hiesel-Hannes heißen? Er ist der Brunnhütter und sein Weib
ist die Brunnhütter, und wenn sein Sohn einmal in die Welt hinausfährt, Soldat
wird oder Fuhrmann oder was immer, er bleibt der Brunnhütter allerwegen. So
haben wir nun auch einen Sturmhanns; der hat oben auf der stürmischen
Wolfsgrubenhöhe sein Haus.
    Einen alten, sehr dickhalsigen Zwerg, den Kohlenführer Sepp, heißen sie seit
lange schon den Kropfjodel. Da habe ich letztlich das Männlein gefragt, ob es
zufrieden sei, wenn ich es unter dem Namen Josef Kropfjodel in meinen Bogen
einschreibe. Er ist gerne dazu bereit. Ich habe ihm noch vorgestellt, dass aber
auch seine Kinder und Kindeskinder Kropfjodel heißen würden. Da grinst er und
gurgelt: »Zehnmal soll er Kropfjodel heißen, mein Bub!« Und ein wenig später
setzt der Schelm bei: »Den Namen, gottdank, den hätten wir! - Ei, hätten wir den
Buben auch!«
    Drüben im Karwasserschlag stehen drei buschige Tannen, die der
Holzschläger-Meisterknecht, der Josel-Hansel-Anton zu Schutz für Mensch und Tier
hat stehen gelassen. Zu Lohn heißt der Mann Anton Schirmtanner für ewige Zeiten.
    Die neuen Namen finden Gefallen, und jeder, der einen solchen trägt, hebt
seinen Kopf höher und ist
