 wegen bös gerungen haben.
    Ich habe den Männern den Rat gegeben, zu den Vaterlandsverteidigern zu
gehen. Davon wollen sie nichts hören. Sie haben keine Heimat, sie wissen von
keinem Vaterlande. Willkommen sind ihnen die Welschen, wenn sie Geld mitbringen
und eine bessere Zeit.
    Gott gebe die bessere Zeit und halte die Welschen fern!
    Für mich ist es ein Glück, dass ich kühlen Blutes bin. Das wilde Jahr hat die
Sprossen meiner Leidenschaft getötet. Nun darf ich mein ganzes Streben auf das
eine Ziel lenken: aus diesen zerstreuten, zerfahrenen Menschen ein Gemeinsames,
ein Ganzes zu bilden. Ist dieses gelungen, so haben wir alle einen Halt. - Ich
werde ihnen und mir eine Heimat gründen. Vor allem kommt es darauf an, den
Freiherrn zu stimmen, sonach muss auf die Waldleute eingewirkt werden.
    Eine übermäßige Kraft scheint mir dazu nicht nötig zu sein, wohl aber ein
zähes Bemühen. Diese Menschen sind wie Lehmkugeln; ein Anstoß, und sie rollen
eine Weile fort. Weiter kommen sie selbst, nur geleitet müssen sie werden, dass
sie einem und demselben Ziele zustreben. Glieder sind genug, aber spröde und
unschmiegsam selbander. Wenn nur erst die Kirche fertig ist, dass die Gemeinde
ein Herz hat; dann machen wir uns an den Kopf und bauen das Schulhaus.
                                                                Im Herbste 1816.
    In einer der letzten Wochen bin ich mit einem Papierbogen zu allen Hütten
des Waldes herumgegangen. Da habe ich die Hausväter nach dem Stande ihrer
Wirtschaft, nach der Zahl ihrer Familie, nach den Geburtsjahren und Namen der
Leute gefragt. Das Geburtsjahr kann zumeist nur nach Geschehnissen und
Zeitumständen angegeben werden. - Der ist geboren im Sommer, in welchem das
große Wasser gewesen; die ist zur Welt gekommen in demselbigen Winter, als man
Strohbrot hat essen müssen. Solche Ereignisse sind ragende Marksteine.
    Das Namensverzeichnis wird nicht gar zu mannigfaltig. Die Bewohner
männlicher Art heißen Hannes oder Sepp, oder Bertold, oder Toni, oder Mates;
die Leute weiblicher Gattung sind Katrein benamset, oder Maria, welcher Name in
Mini, Mirzel, Mirl, Mili, Mirz, Marz umgewandelt und ausgesprochen wird. Ähnlich
geht es mit anderen Namen; und kommt einer von draußen, so muss er sich eine
Umwandlung nach den Zungen der Hiesigen sogleich gefallen lassen. Mich haben sie
einige Zeit den Andredl geheißen; aber das ist ihnen ein zu großer Name für
einen so kleinen Menschen, und heute bin ich nur mehr der Redl.
    Von Geschlechtsnamen wissen schon gar die wenigsten was. Viele mögen den
ihren verloren, vergessen, andere einen solchen nie gehabt haben. Die Leute
gebrauchen eine eigene Form, ihre Abstammung und Zugehörigkeit zu bestimmen.
Beim Hansl-Toni-Sepp! Das ist ein
