 mich selbst in der kurzen
Zeit schon überzeugt, dass es nicht anders geht, und dass einem die Kerle das Haus
über dem Kopf und den Hof an allen vier Ecken anzünden würden, wollte man nicht
durch die Finger sehen oder ihnen nicht auf alle Weise Vorschub leisten. Erst
vorgestern, als ich an meiner Gartenmauer stehe, kommt ein Kerl über die Wiese
her und sagt, ich müsse ihn verstecken; ein Gensdarm sei hinter ihm her. Nun,
auf Ehre, ich habe ihn in den Backofen kriechen lassen, weil kein anderer
Versteck in der Nähe war, und habe selbst eine Schütte Stroh vor die Tür
geworfen, und als fünf Minuten später der Gensdarm kam, gesagt, ich hätte den
Kerl nach dem Walde laufen sehen. Auf Ehre, ich habe mich geschämt, aber was
soll man tun? Und so wollte ich auch nichts gegen Ihren Alten sagen, wenn er es
nur nicht zu toll machte. Er treibt es zu arg, sage ich Ihnen, er treibt es zu
arg; es muss ein schlechtes Ende nehmen; darüber herrscht nur Eine Stimme.«
    »Aber«, sagte ich, und gab mir die größte Mühe, so ruhig zu sprechen als
möglich, »ich bin doch nun beinahe schon drei Wochen hier, und auf Ehre - ich
hatte diese Redensart jetzt zu oft gehört, um sie nicht gelegentlich anwenden zu
können - es soll noch immer das Geringste geschehen, was den Ruf, in welchem,
wie ich zu meinem Schrecken höre, Herr von Zehren selbst bei seinen Freunden
steht, irgend bestätigt. Ja, ich will es Ihnen gestehen: mir selbst sind in den
ersten Tagen, ich weiß nicht mehr warum, ähnliche Gedanken gekommen; aber ich
habe ihm längst in meinem Herzen einen so schändlichen Verdacht abgebeten.«
    
    »Verdacht«, sagte der Kleine, immer eifriger sprechend und dabei immer
kleinere und raschere Schritte machend, »wer spricht von Verdacht? Die Sache ist
so gewiss wie Amen in der Kirche. Wenn Sie nichts gemerkt haben - was mich
übrigens Wunder nimmt, aber Ihr Wort in Ehren! - so kommt das, weil das Wetter
noch zu gut war. Übrigens, so ganz stockt der Handel auch nicht, wie Sie eben
selbst gesehen haben. Weiß Gott, es kann Einem ganz wunderlich dabei werden,
wenn man bedenkt, dass man so mitten drin sitzt. Und ich habe ihm erst am
Donnerstag eine Partie Rotwein und Kognac abnehmen müssen, und Trantow ein paar
Tage vorher ebenso viel, und Sylow, der es aber, glaube ich, mit Einem teilt,
noch mehr.«
    »Und weshalb sollte Herr von Zehren nicht von seinen Vorräten an gute
Freunde abgeben?« sagte ich hartnäckig.
