 will - gern und willig gegeben, habe
ihn nie gemahnt, ihm im Gegenteil stets versichert, dass es mit der Rückzahlung
keine Eile habe - nein! das Geld kann es nicht sein. Fürchtet er in mir einen
Nebenbuhler? Großer Gott! ich bin ihm nicht gefährlich! Wie kann man einen
Gefangenen fürchten, dessen Zukunft ein Buch mit sieben Siegeln ist, das nicht
viel anmutige Kapitel enthält! Kann er es mir nicht verzeihen, dass Paula nach
wie vor gütig und freundlich gegen mich ist? Habe ich es nicht verdient, der ich
Alles tue, was ich ihr nur an den Augen absehen kann?
    Ich weiß es nicht; ebensowenig, ob es zufällig ist, dass Paula von der Stunde
an, dass Arthur nach Berlin gegangen, nicht mehr an dem Bilde gemalt hat. Und
doch braucht sie gerade ihn am wenigsten, denn seinem ritterlichen Doppelgänger
fehlt kaum noch ein Strich. Ich trage mich lange, lange mit dem Warum? Und als
ich endlich einmal wage, Paula danach zu fragen, antwortet sie, nicht ohne
einiges Zögern, das an ihr selten ist: Das Bild ist mir verleidet. Verleidet? Da
ist ein neues Warum, das noch schlimmer scheint, als das erste, und an das ich
deshalb nicht rühren sollte, wenn ich klug wäre.
    Aber ich bin gar nicht klug und bringe es nicht aus dem Kopf, und da mein
Kopf nichts damit anzufangen vermag, lege ich es Doctor Willibrod vor, so ganz
gelegentlich; so ganz, als ob von der Beantwortung eigentlich gar nichts
abhinge. »Sagen Sie, Doctor, warum mag das Bild Fräulein Paula verleidet sein?«
    »Wer hat das gesagt?« fragt der Doctor.
    »Sie selbst.«
    »Dann fragen Sie sie auch selbst.«
    »Wenn ich das wollte oder könnte, brauchte ich Ihre Meinung nicht zu hören.«
    »Weshalb sollte ich darüber eine Meinung haben?« ruft der Doctor. »Was geht
es mich an, weshalb Paula das Ding nicht weiter malen will? Mir kann es gleich
sein, ob ich auf dem Bilde fertig werde, nachdem mich die Natur einmal nicht
fertig gemacht hat.«
    Ich sehe, dass ich so nicht weiter komme, und wage anzudeuten, ob vielleicht
Arthur's Entfernung einen Einfluss auf Paula's Stimmung gehabt habe.
    »Geht die Katze endlich an den Brei«, krähte Doctor Willibrod. »Sie denkt
wohl, man hat es nicht längst gesehen, wie sie die Pfoten leckt? Und der Brei
ist doch so süß! o, so süß! gerade wie der Gedanke, dass ein solches Mädchen ihr
Herz an einen solchen Kerl hängen kann! Es ist unmöglich, sagt Meister Hinz
