 - Gott
sei Dank, dass wir den Kerl los sind - er ist heute glücklich nach N.
transportirt, wohin man ihn gleich hätte bringen sollen - wäre früher unmöglich
gewesen. Der Katzen-Kaspar war ein Liebling des Herrn Predigers, der in ihm ein
unsauberes, aber kostbares Gefäß erblickte, dessen Reinigung ihm vorbehalten
sei, und den Hallunken aus der Einzelhaft losbettelte, zu welcher ihn der
Director vorsichtig verurteilt hatte. So geht das fort: Gottesdienst publice,
Betstunden privatim, seelsorgerische Bemühungen privatissime! Der Judas
intriguirt gegen uns, wo und wie er kann, schmeichelt dem Director in's Gesicht,
steckt meine Grobheiten ein und denkt: Ich kriege euch schon, wie der Uhu, als
er die beiden Gimpel um die Ecke pfeifen hörte. Und er glaubt uns schon beim
Flügel zu haben! Sie wissen, der Regierungs-Präsident, der gerade so ein Mucker,
ist sein Onkel; Onkel und Neffe sind Hand und Handschuh. Der Präsident, des
Directors unmittelbarer Vorgesetzter, hätte ihn schon längst beseitigt, wenn der
Minister von Altenberg, eine der letzten Säulen aus der großen Zeit der Erhebung
und Herrn von Zehren's Freund und Gönner, ihn nicht hielte - freilich nur noch
mit schwacher Hand; denn Altenberg ist hoch bei Jahren und krank und kann jeden
Tag sterben. Unterdessen wirkt man, wie man kann, und sammelt Material, das
hoffentlich Wasser auf die Mühle der nächsten Excellenz ist. Und nun hören Sie:
Der Assessor Lerch, mein guter Freund, ist gestern bei dem Präsidenten. »Lieber
Lerch,« sagt der Präsident, »Sie können mir wohl eine Relation über diesen Fall
machen. Es ist wieder einmal eine Denunciation gegen den Director von Zehren.« -
»Wieder einmal, Herr Präsident?« fragt Lerch. »Leider, wieder einmal! ich lasse
das Meiste ungerügt, wenn auch nicht unbeachtet; dieser Fall ist aber so
eclatant, dass ich ihn in die Hand nehmen, respective Sr. Excellenz Bericht
erstatten muss. Denken Sie sich, lieber Lerch, da hat der gute von Zehren die
(wie soll ich gleich sagen?) Sottise begangen, den jungen Menschen, der aus dem
Kontrebande-Prozess in Uselin sich einen so traurigen Namen gemacht hat« - und
nun kommt es: »dass der Director Sie nach der Katastrophe, aus der natürlich der
Denunciant die schönste Seide gesponnen, nicht in das alte, vom Schwamm
zerfressene Krankenhaus, in welchem Sie unfehlbar gestorben wären, sondern
hierher in seine Wohnung hat schaffen lassen; dass er Sie hier behalten hat und
behält, trotzdem Sie bereits seit drei Wochen in der Reconvalescenz sind; dass er
mit Ihnen wie mit seines Gleichen verkehrt; dass er Sie in
