, ihr Herren«, rief sie lachend, »bei mir fordert man nicht und nimmt
nicht, ohne auch etwas zu geben. Unsereins ist an das gar nicht gewöhnt. Hier
sind meine Schalen, und dort ist euer Geheimnis - wollen wir tauschen oder
nicht?«
    Anfangs würde der Stighans gerne darauf eingegangen sein, jetzt aber war es
ja Ehrensache, treu zum Gefährten zu halten und sich von der listigen Wirtin auf
keine Weise mehr fangen zu lassen. »Nein«, sagte er entschieden, »Tauscher sind
wir keine, und nur so Notändel lassen wir uns keine aufzwängen. Was wir
fordern, wird gehörig bezahlt, dass wir nicht auch noch schöne Worte und Buckerle
machen müssen. Wir wollen aber bald gehen, drum nur herzhaft gesagt, für wieviel
bares Geld wir das Zeug da mitnehmen können.«
    »Ich mag aber nicht«, sagte die Wirtin trotzig und hielt die Schürzenzipfel
fester.
    »Auch gut«, versetzte Stighans ruhig, »ich glaube, du ließest dich nicht
gerne drum ansehen, für so etwas bares Geld genommen zu haben. Behalte du die
Schalen für dich und bring uns Eier. Bezahlt sollen sie dir gehörig werden, und
das Zeug drin bringen wir wohl heraus, wenn wir vom Kochen auch wenig verstehen.
Nicht wahr, Jos?«
    Dieser war bei den letzten Worten erschrocken nach seinen Taschen gefahren,
deren Inhalt Hans viel zu hoch anzuschlagen schien. Der reiche Bauer, die
Verlegenheit des Handwerkers bemerkend, warf einen Kronentaler auf den Tisch und
sagte: »Da, du Eigennutz, ist bares Geld, lauf nun und bring uns Eier, soviel es
dafür leiden mag. Aber mach' schnell, dass wir bald weiter können.«
    »Das wär' mir noch hübsch, das«, eiferte die sorgsame Hausfrau. »Nein,
Bürschchen Liederlich! So wird unter meinem Dache die liebe, gute Gabe Gottes
nicht verunehrt und missbraucht. Habt ihr denn daheim noch nie gesehen und nie
gehört, wie man dafür sorgt, dass doch nie ein Tröpflein oder ein Bröselein von
dem, was so viele auf der Welt bitterlich mangeln, mit Füßen getreten werde?«
    Und indem sie ihre Schürze in die großen Hüte der beiden Burschen ausleerte,
fuhr sie fort: »Lieber nehmt den Plunder und was ihr wollt umsonst, als dass ihr
in meinem Hause, vor meinen Augen so schändlich frevelt. Es hat doch keine Art
und keine Gattung mehr in der jetzigen Welt. Alles hält man für erlaubt, wenn
man es nur bezahlen kann.«
    »Da ist's wohl am besten, wenn wir gleich gehen, dass wir dir nicht noch mehr
Kreuz machen«, sagte Hans mit etwas gezwungenem Lachen.
    Jos hatte
