 war's wirklich, als ob sie ihm geholfen hätte. Ach, war das eine
Lust, so für sie zu arbeiten, und dabei unterhielt er sich besser mit ihr, als
wenn sie da war. Ja dann wusste er oft gar nichts zu sagen. Es war ihm ordentlich
angst vor dem Mädchen, und was er sagen wollte, wäre immer zu lustig oder zu
ernstaft herausgekommen. Doch nur selten ließ die fleißige Magd ihn allein
neben dem rauschenden Wiesenbächlein den Sängern des nahen Waldes lauschen und
dem Geschwätz der Blätter. Immer wollte sie dabei sein und helfen, wenn ihr
nicht auch Hans daheim zu bleiben befahl. Das aber geschah immer häufiger. Sonst
war es dem Burschen nie eingefallen, dass das Mädchen einen strengen Dienst habe.
Er hatte sich schon daran gewöhnt, sie von früh bis spät in einem fort arbeiten
zu sehen, und wenn er mit der kurzen Pfeife im Munde neben ihr stand, so dachte
er nur selten daran, dass er ihr wohl auch ein wenig helfen könnte. Erst Jos
hatte ihn, ohne es gerade zu wollen, darauf gebracht. Die Arbeitslust, die sich
nun auf einmal in dem sonst etwas trägen Besitzer des Stighofes zu regen begann,
hätte in seinem Knechte gewiss allerlei Gedanken und Sorgen wachrufen müssen,
wenn er noch immer nur eifersüchtig gerechnet und nicht lieber sich herzlich
gefreut hätte über alles, was Doroteen auf irgendeine Weise zugute kommen
musste. Dass Hans sie gern habe, das war ganz klar, aber wer konnte es ihm
verargen? Musste man ihm nicht gerade darum gut werden, weil er dadurch zeigte,
wie weit er über anderen reichen Bauernburschen stehe?
    Die beiden redeten viel von der Magd, wenn sie allein mitsammen arbeiteten.
Dem Jos war es fast zu viel, und besonders weh tat ihm, dass Hans sich so bitter
über ihren gemeinen, verschwenderischen Vater aussprechen konnte, über den
Krämer dagegen und seinen Töchtermann sich kaum ein tadelndes Wort gefallen
ließ. Wenn es der Andreas immer bunter trieb, so beklagte Hans allerdings die
arme Angelika, aber nie gab er zu, dass auch diese durch ihr unfreundliches,
strenges Wesen ihn aus dem Hause treibe. »Sie passen nicht zusammen und sind
mehr unglücklich als schuldig«, sagte er kurz abbrechend. Das Matisle aber und
sein Hansjörg sollten an allem selbst schuld sein, da taten die Verhältnisse gar
nichts. Doroteen war ein besseres Los geworden, weil sie ein besseres
verdiente, behauptete Hans und begann dann, seine Magd auf Kosten ihrer Eigenen
zu loben. Das wäre dem Jos rein unmöglich gewesen. Die, für welche Dorotee das
ganze Jahr sparte und sorgte, musste er entschuldigen, solange er konnte, dann
aber wenigstens ihre Fehler, wie weh ihm diese auch
