 haben, die seien für mich?«
    »Du einfältiges Mädchen! Das ist gar nicht nötig für mich. Welche von allen
andern wäre denn, dass man ihretwegen dem Hans etwas derartiges zumuten sollte?«
    »Und ich möchte fragen: Welche von allen wär' ihm nicht gut genug? Wie eine
aussieht, wird ihn wenig kümmern, und Geld hat er selbst, und für eine Magd
könnte die Alte mich nicht brauchen. Wie sollte er da an mich denken, und warum
müsste ich mich noch gar freuen, wenn dieses Wunder wirklich geschähe?«
    »Zusel«, sprach der Vater streng, »deinen Stolz hab' ich dir nicht wie die
andern verargt, diese Demut aber ist zu groß. Jetzt gefällst du mir so wenig als
den anderen. Ist das eine Rede für dich?«
    »Aber wär' es stolzer und großartiger, wenn ich mich über so eines Hansen
Gunst gleich einem armen Bettler freute? Wünschtest du mich so ähnlich jeder
anderen, der die Sorge für die Zukunft auf dem Halse liegt? Wenn ich der Magd
einmal irgendwo helfe oder sobald ich sonst einmal versuchen will, was ich
könnte, so heißt es gleich, ich solle nur alles sein lassen. Dann sagst du mir,
du hättest dir eben darum Tag und Nacht keine Ruhe gegönnt, dass ich es um so
ruhiger bekäme. Ich bin dir denn auch dankbar, dass du mir eine so schöne Zukunft
schaffen wolltest. So hab' ich denken gelernt. Du sagst mir immer, ich brauche
mich um niemand zu kümmern. Gut, also auch um Stighansen nicht, und selbst wenn
sein Anwesen noch einmal so groß wäre.«
    Zusel stand auf, stellte sich kerzengerade vor den erstaunten Krämer hin und
fuhr mit immer wachsender Leidenschaftlichkeit fort: »Mein Stolz ist nicht, hoch
droben just neben dem oder dem zu sitzen, wenn mir das nicht nach meinem Kopf
ist. Was hätte ich dir zu danken, als dass du es mir möglich machtest, fröhlich
zu leben, ohne dass ich mich um jemand etwas kümmern muss?«
    So hatte der Krämer seine Zusel noch nie gehört. Unfähig, seinen Ärger noch
länger zu verbergen, wollte er jetzt das Kind von seiner stolzen Höhe bringen.
Mehr nur, um sie zu bestrafen, als aus Berechnung sagte er so ruhig, als es ihm
in diesem Augenblicke möglich war: »Ich weiß nicht, wie lang es her ist, seit du
dich um keinen Menschen kümmerst, doch immer kann das nicht der Fall gewesen
sein, wie trotzig du auch jetzt das Köpfchen aufrichten magst. Damals, als der
Hansjörg zuerst bei den Soldaten war, hast du ihm noch geschrieben, dass du es
ohne ihn hier beinahe
