 schüchtern, »wenn's auch für uns nicht ehrenhaft ist
und besonders mir weh tut, dass sie mich nicht will, so -«
    »Eben will sie dich fangen, du Tropf. Wenn sie sich gar noch ziert, so wird
sie dich halt schon am Faden haben, aber noch fester machen wollen. Du steckst
schon drin, dass du mich von Herzen gern ein wenig zu dir sehen lassen solltest;
aber statt dem will man mich gar nicht einmal mehr in die Kirche lassen, seit
auf allen Gassen von dem sauberen Pärlein geredet wird.«
    »Von welchem Pärlein?«
    »Jetzt steht er wieder da wie der Gottverlassmichnicht. Von wem denn als dir
und der Magd? Hat es je so einen Tropfen gegeben, wie du einer bist, seit man
warm kocht und doch wenigstens mit dreißig Jahren ein bisschen etwas in den
Verstandskasten bekommt? Ich aber soll meine Gesundheit schonen, mich in acht
nehmen vor der Herbstluft, um doch noch jahrelang die Herrlichkeit mitansehen zu
können neben dem alten Matisle. Tat mir auch not! Schon lang hätt' ich sterben
sollen, schon da, wo ich Doroteen, die Hexe, in -«
    »Jetzt das ist denn aber doch zu arg!« konnte Hans endlich einfallen, als
die Stigerin, noch nach mehr ähnlichen Ausdrücken suchend, einen Augenblick
innehielt. »Mir tät es Freud' machen, wenn sie mich so gern hätt', als man
sagt.«
    »Dein Geld nur hätt' sie gern, dich, wie du bist, tät keine gern haben.«
    »Dann will ich mich vor den Reichen in acht nehmen, die brauchen mein Geld
nicht, geradeso wenig als ich das ihre. Überhaupt heiratet jeder für sich, drum
soll man es ihm überlassen. Mir kommt es ungemein groß und wichtig vor, sich auf
sein Lebtag an ein Weibsbild zu binden. Ich mein', das muss so aus einem
herauswachsen; aber wenn man den gesäten Erdäpfeln oder Rüben jeden Tag
nachgräbt, wächst gar nichts. Das war grad' auch so ein Gezisch und Getue bei
verschlossenen Türen, bis man die gute Angelika dem Andreas verkuppelt hatte,
und nun -?«
    »Die geht mich nichts an, und ich weiß nicht, warum du noch mit der alten
Geschichte kommst.«
    »Wer daran keine Schuld hat, kann um so leichter und ohne Gewissensplag'
eine gute Lehre daraus nehmen. Es wär' für beide Teile besser gewesen, sie
hätten sich gar nie gesehen. Er mag nun einmal nicht mit ihr gehen, drum kommt
er gerade dann am meisten auf den Abweg, wenn sie auf dem rechten ist. Warum bin
nicht ich an sie verkuppelt worden? Dann hätt
