 sagte lachend: »Dein Schritt passt noch gerade
so zu meinem wie früher. Hans und Jösle, Hans und Jösle, Hans! klappt es noch
wie früher, wenn wir miteinander über die Gasse gingen. Das Hans ist mein Tritt
und das andere Gezappel dein Gang. Mir tut es wohl, das wieder einmal zu hören,
wenn ich mich auch freue, dass wir seitdem älter und auch etwas klüger worden
sind.«
    »Du hast gut fröhlich sein«, erwiderte Jos. »Fröhlich kannst du
zurückschauen und sorglos in die Zukunft. Wer ins Schwabenland hinausfährt, weiß
gar nicht, wie weit es ist. Und auch draußen erlebt er ganz anderes, als wer mit
der ganzen Habe im Zwillichsack auf dem Rücken ermüdet ankommt und einen Dienst
sucht. Ja, Hans, du bist ein glücklicher Wanderer!«
    »Und du?«
    »Ich bin müde worden auf meiner bösen Strecke und nun gar noch verirrt.«
    »Du ermüdet? Das sollte man in den Kalender drucken lassen.«
    »Warum nicht gar! Von mir mag man nicht einmal reden, geschweige denn
schreiben und lesen. Nur wenn ich einmal den Kopf auch ein wenig aufrichten
will, hat man Zeit, mich zu tadeln und wie ein Donnerwetter über mich
herzufahren.«
    »Um so etwas nur tät ich mich eben gar nicht bekümmern.«
    »Ich freilich auch nicht, wenn ich festsässe wie du. Aber den armen Leuten
geht zuweilen alles aus, sogar die Geduld.
    Auch sein Ross und das Rind schützt der Bauer und verzeiht ihnen einen tollen
Sprung, wenn sie sich sonst gut halten; so einem armen Teufel gegenüber jedoch
kennt man keine Gerechtigkeit und dünkt sich selbst um so höher und besser, wenn
man ihm ein rechtes Kohlrabengesicht gemacht hat.«
    »Ist dir wieder einmal einer auf die Zehen gestanden?«
    »Sie treten einem nicht bloß auf seine Zehen, sondern auch auf die Hände,
den Kopf und das Herz.«
    »So geht's einem, wenn er zu geduldig ist und sich so wenig zu regen und zu
wehren weiß wie du«, spottete Hans.
    »Wehre dich, wenn du die Katze im Sack bist, mach' eine Faust, wenn du keine
Hand hast!«
    »Lachen über alles oder gehen ist immer das gescheiteste.«
    »Es ist besser, zwanzig gute Lehren geben, als eine einzige befolgen. Das
Kätzlein weiß gar nicht, wie der Maus zumute ist. Stell' dich an meinen Platz in
Gedanken, weg von deinem Geld und deinem Anwesen, zu einer Mutter, für die du
arbeiten und etwas verdienen möchtest. Kannst du das?«
    »Ganz leicht.«
    »Wir wollen gleich sehen.
