 gerade darum, gerade darum bitte ich Sie, lassen Sie es hier
beim Alten. Es ist ein Segen, wenn der Arbeiter, auf dem die Lasten schwerer
liegen als es gut ist, sich sagen kann: Wenn der Herr es wüsste - er würde
helfen! Es ist ein anderer Segen, wenn der Missetäter, dem das Gesetz gerecht
wird, die Hoffnung hegen mag, der Herr werde Gnade walten lassen, wo der Richter
nur die Strenge des Gesetzes auszuüben hat. Der Justitiarius und ich hatten uns
schon erlaubt, dem Herrn Kaplan an's Herz zu legen, dass er um Gnade für die
Leute bitten möge. Zwischen dem Herrn, der die Macht hat, und dem Arbeiter und
Hörigen, der die Lasten trägt, muss eine Schutzwehr sein für beide Teile, und
dazu sind wir da. Auf uns, auf den Justitiarius und auf den Amtmann, sind seit
allen Zeiten die Klagen und Beschwerden gefallen, und wir konnten sie tragen,
denn wir forderten, richteten und straften nicht für uns. Wir hatten an den
Herren einen Rückhalt, die Herren hatten in unserer Strenge und
Gewissenhaftigkeit eine Entschuldigung, wenn man sich beschwerte, und die Leute
hatten ihre Hoffnung auf der Herren Nachsicht und gnädiges Gewähren. So ist es
gegangen all die Jahre her, wir sind fertig geworden mit den Leuten und die
Leute haben in Liebe zu den Herrschaften hinaufgesehen, fast wie zum lieben
Herrgott, denn wie zu diesem konnten sie zu jenen persönlich nicht so leicht
heran. Lassen Sie es dabei, gnädiger Herr, stellen Sie sich nicht den Leuten
selber gegenüber, es ist nicht gut für alle Teile, und wie die Leute nun hier
einmal wider die neue Kirche und auch sonsten aufgeregt sind .... Er brach ab
und sagte kurz: Tun Sie es nicht, gnädiger Herr, es kann ein Unglück geben!
    Adam hatte nie zuvor seine Meinung in solcher Weise vor seinem Herrn
auszusprechen gewagt und dieser nie eine ähnliche Auseinandersetzung von einem
seiner Untergebenen angehört. Er ließ Adam eine Weile, ohne ihm zu antworten,
stehen, sei es, dass dessen Worte doch mehr Eindruck auf ihn gemacht hatten, als
er zu zeigen für gut befand, oder dass er mit sich nur über den Bescheid zu Rate
ging, den er Adam geben wollte; dann sagte er: Er hat mir Seine Ergebenheit
beweisen wollen, und das lobe ich. Ich danke Ihm dafür, und wenn Er mich künftig
einmal brauchen sollte, werde auch ich mich daran erinnern, dass die Steinerts
lange in unseren Diensten gewesen sind. Im Übrigen beurteilt Er die Dinge, wie
Er sie versteht, und Er hat's ja selber eingestanden, dass ich sie besser
verstehen und also anders ansehen muss
