 war, ordentlich eifersüchtig
auf die Kleine zu werden, als ich aus Papa's Briefen sah, in wie hoher Gunst sie
bei ihm stand und wie er sich gegen Eure Verheiratung fast nicht weniger
hartnäckig wehrte, als gegen die unsere?
    Und doch ist diese Verheiratung nur durch seine Bemühungen so bald zu
Stande gekommen; zum mindesten hat Marguerite es nur ihm zu danken, wenn unsere
Einrichtung so glänzend ausfiel, wie ich sie mit meinen schwachen Kräften
allerdings nicht hätte herstellen können. Sie wissen doch, was ich meine?
    Die Timm'sche Angelegenheit? Marguerite hat mir davon geschrieben. Was mich
dabei am meisten gewundert, ist, dass Timm so prompt das Geld zurückbezahlt hat.
    Wir Alle sind erstaunt gewesen, Niemand mehr als ich, der ich wusste, dass er
bis über die Ohren in Schulden steckte und schon aus diesem Grunde dem Papa
riet, von seinem Versuch, als von einem ganz vergeblichen, abzustehen. Mir hat
die ganze Affäre viel Kopfzerbrechen verursacht, und so wenig Ursache gerade
ich habe, Herrn Timm hold zu sein, so hat's mir doch leid getan, als er gleich
darauf, einer Wechselschuld wegen, die er vielleicht, nur um uns zu bezahlen,
contrahirt hatte, in den Turm wandern musste, in dem er, so viel ich weiß, noch
heute sitzt.
    Oh sagte Sophie, hat's mein alter Anbeter also endlich doch durchgesetzt?
    Ihr alter Anbeter?
    Ja, wissen Sie das nicht? Ich habe noch mit Timm zusammen Tanzstunde gehabt,
und ich kann sagen, dass ich mit Niemand lieber getanzt und mich unterhalten
habe, als mit ihm. Er ist ein höchst geistreicher und, wenn er will, sehr
liebenswürdiger Mensch, um den es wahrhaftig Jammer und Schade ist, dass er mit
seinen herrlichen Gaben so unverantwortlich wirtschaftet. Er hat in dieser
Beziehung die größte Ähnlichkeit mit -
    Mit Oswald Stein, wollen Sie sagen, nur zu! Ich habe das bittere Gefühl, das
mich, als wir noch in Grünwald zusammen waren, jedesmal bei Nennung dieses
Namens überkam, glücklich besiegt; er existiert für mich nicht mehr, besonders
nach seinen letzten Abenteuern.
    Das ist nicht recht, Bemperchen. Sie wissen, ich habe Stein nie besonders
gemocht, aber seitdem Ihr Alle gegen ihn seid und selbst Franz, der ihn noch
immer in Schutz nahm, anfängt, mit in den Chor einzustimmen, habe ich große
Lust, mich auf seine Seite zu schlagen.
    Natürlich, sagte Bemperlein, mit einem leisen Anflug von Bitterkeit, ist es
doch eine alte Erfahrung, dass die Frauen viel, ich möchte sagen Alles einem
Manne verzeihen, der, was er tut, für Euch tut oder doch zu tun scheint.
Musste
