
zugeben, mit liegt ungeheuer viel daran, dass die Geschichte tot geschwiegen
wird, und wenn es auf mich ankäme, so würde ich mich vielleicht zur Zahlung der
Summe, die Sie fordern, verstehen. Aber Sie kennen meine Tante und wissen, dass
sie es lieber auf das Äußerste ankommen lassen, als sich so tief in's Fleisch
schneiden wird. Ich sage Ihnen, Timm: es geht nicht; es geht auf Ehre nicht! Und
was wollen Sie auch mit so vielem Gelde auf einmal? Sie können es in ein paar
Unglücksnächten beim Roulette verlieren und sind dann ärmer, als Sie vorher
waren. Kommen Sie! ich will Ihnen einen Vorschlag machen. Wir zahlen Ihnen ein
Jahr lang monatlich vierhundert Taler und nach Ablauf des Jahres sechstausend
Taler auf einem Brett.
    Macht zusammen zehntausendachtundert, antwortete Albert; reicht nicht; und
überdies, welche Sicherheit habe ich, dass die Termine richtig gehalten werden?
    Die Documente, die in Ihrer Hand verbleiben und die erst bei Auszahlung der
sechstausend von Ihnen ausgeliefert werden.
    Hm! sagte Albert, es ist nicht viel; aber unter guten Freunden darf man die
Sache nicht so genau nehmen. Machen wir es schriftlich.
    Wozu? wenn wir unser Wort nicht halten wollen, brechen wir es doch, und
überdies - ein Dokument der Art könnte, wenn es in falsche Hände käme, die Ehre
der Familie Grenwitz leicht stärker compromittiren, als uns lieb sein dürfte,
und würde, Alles in Allem - nur eine Waffe mehr in Ihren Händen sein. Wollen Sie
die ersten vierhundert sofort?
    Ich dächte, es wäre das Beste.
    Felix stand auf, nahm eins der Lichter und ging an ein Schreibpult, das in
der Tiefe des Zimmers stand, öffnete einen Schrank, nahm ein paar Packete
Banknoten heraus und legte sie vor Albert auf den Tisch.
    Zählen Sie!
    Ist nicht nötig, sagte Albert, nach einem kurzen scharfen Blick auf die
Packete; Ihre Frau Tante verzählt sich nicht. - So, Grenwitz, die Angelegenheit
wäre glücklich geordnet. Und nun lassen Sie uns eine Flasche Wein darauf
trinken: das viele Sprechen hat mich ganz durstig gemacht. Erlauben Sie, dass ich
die Schelle ziehe.
    Bitte.
    Felix befahl dem eintretenden Bedienten, eine Flasche Rheinwein und zwei
Gläser zu bringen.
    Es war Felix nicht unlieb, dass Albert in eine gemütliche Stimmung geriet;
er hatte ihn noch um etwas zu fragen, worüber ihm Niemand bessere Auskunft geben
konnte.
    Sie haben gesehen, Timm, sagte er, während er die Gläser füllte, dass ich
Ihnen so weit entgegengekommen bin, als ich konnte. Eine Liebe ist der andern
wert. Wollen Sie mir einen Gefallen tun?
    Lassen Sie hören.
    So sagen Sie mir:
