 hier aus
freien Füßen sind und ein freies Feld vor uns haben, also sind wir in
bedeutendem Vorteil. Als wir in New-York ankamen, haben wir bald erkannt, dass
wir zu einem regulären Geschäfte nicht taugen, dass es hier für den Klugen viel
profitablere Wege gibt, um in diesem freien Lande Lebensunterhalt und Gelb zu
machen. Wir haben zwar unser mitgebrachtes Vermögen in wenig Monaten
durchgebracht, sind, was andere Leute vielleicht einen Erzlumpen nennen,
geworden - lassen Sie uns, Herr Geifert, die Sache nur immer von der
schwärzesten Seite ansehen - haben aber dabei die Landessprache, die Menschen
und die Verhältnisse perfect kennen gelernt und jetzt einen Fond in uns
gewonnen, der uns nie im Stiche lassen und den uns Niemand stehlen kann. Wir
sind im Augenblicke zwar ohne Geld und ohne alle Hilfsmittel, stecken hier unten
im Süden wie ein verlorener Posten - sind wir aber nicht schon in viel
schlimmeren Lagen gewesen und haben uns mit einem Schlage herausgerissen? Warum
also trübselig sein? Wir sind ein einziges Mal dumm gewesen, eigentlich das
einzige Verbrechen, was es in Amerika gibt - das ist richtig, und die Strafe
dafür fühlen wir jetzt; lassen Sie uns aber sehen, Herr Seifert, ob das wirklich
unsere eigene Schuld war. Wir trafen einen Landsmann in New-York, einen guten
Jungen, aber voll deutscher Vorurteile, aus dem nur durch die Noch etwas werden
konnte. Wir erkannten das, und um ihn schneller zum Amerikaner zu machen,
benutzten wir die Gelegenheit, um ihm Geld und Uhr zu entführen. Für ihn musste
das, trotz einer ersten Verlegenheit, zur Wohltat werden, und uns half es, um
die nötigen Mittel zu einer Spekulation hier im Süden zu erhalten. Soweit ist
Vernunft und Logik in der Sache, die Folge hat es bewiesen. Wir haben den jungen
Mann hier unten wieder getroffen, verwandelt und gestutzt, wie es eben nur die
Not zuwege bringen kann - und wir machten mit dem Gelde als Anlage unser ganz
angenehmes Geschäft am Spieltisch, so gut es sich nur im Hinterwalde unter den
wohlhäbigen, harmlosen Leuten tun lässt. Warum waren Sie nicht damit zufrieden,
Herr Seifert? Hatten Sie nicht in dem Spielgeschäfte noch dazu einen tüchtigen
Partner, der hier den reichen Pflanzer vorstellte, immer Kunden zuführte und dem
Sie mit aller Pfiffigkeit noch nicht beikommen? Warum ärgerten Sie sich, dass er
den großen Herrn spielte und in allen Familien aus- und einging, was Sie als
offener Spieler und Bankhalter nicht konnten? Das war eigentlich schon dumm;
wurde doch der Gewinn gleich geteilt, war doch selbst unsere letzte Spekulation
in schwarzem Menschenfleische, das leicht genug zu entführen und leicht genug zu
verlaufen war, auf gleiche Profitteile berechnet.
