 Papier legte und, wie vollkommen
überwältigt von dem Gelesenen, vor sich ins Zimmer starrte. Was er
herausbuchstabirt hatte, lautete:
            »Lieber Mr. Helmstedt!
        Ich habe Ihnen schon vor mehreren Tagen schreiben wollen, ich habe aber
        meinen Trouble mit dem Ben gehabt, welcher der Mary noch immer
        nachstellt und ausgefunden hat, wo sie sich im Lande aufhält. Sie haben
        es mit angesehen, wie ich ihn das erste Mal habe ablaufen lassen; weil
        ich aber nicht immer bei ihr sein kann, so habe ich sie nach einem
        sichern Orte bringen müssen. Sie ist eigentlich nur meine Landsmännin,
        aber ich habe auch ehrliche Absichten auf sie und sie ist damit
        zufrieden. Jetzt aber das Andere. Sie haben mir damals in New-York
        gesagt, dass Ihr Mündel um sein Erbe komme, weil sie ihn haben tot aus
        dem Nort-River gezogen. Den sie aber aus dem Wasser gebogen haben, war
        nur eine tote Leiche, die ich selber habe helfen vom Kirchhofe holen,
        und ich hätte Ihnen schon damals gesagt, wie die Sache steht, wenn ich
        bestimmt gewusst hätte, ob Ihre Geschichte auch wirklich die war, von der
        ich wusste. Jetzt weiß ich aber Alles: Bill und Ben haben mit dem Gelde,
        was sie bekommen haben, ein lustiges Leben geführt und haben mir im
        Rausche erzählt, um was ich sie gefragt habe. Also ist die Sache so: Der
        Graf, wie sie ihn nennen, und weiter weiß ich von ihm nichts, hat den
        jungen Verwandten vom Pfandleiher Meyer, der wohl Ihr Mündel sein muss,
        aus der Law-Office, wo er gearbeitet hat, weggelockt und gesagt, ein
        alter Onkel von ihm liege todtkrank in Philadelphia und wollte ihn noch
        einmal sehen, er müsse auf der Stelle mit ihm gehen, bei Meyer's wüssten
        sie schon um Alles, hat ihn unterwegs in einem Kleiderladen vom Hemde
        bis zum Rocke neue Kleider anziehen lassen, damit er auf der Reise
        anständig aussehe, und hat ihn durch den Bill richtig nach Philadelphia
        in ein Versteck bringen lassen. Während der Zeit haben sie hier in
        New-York eine Judenleiche vom Kirchhofe gestohlen, haben ihr die alten
        Sachen von dem jungen Menschen angezogen und sie in den Nort-River
        geworfen. Nachher hat es geheißen, der aufgefundene Tote sei Ihr
        Mündel. Warum das Alles so getan worden ist und warum der Graf so viel
        Geld dafür gespendet hat, kann ich nicht sagen. Der Graf hat nachher
        Ihren Mündel ins Land irgend wohin gebracht, wo sie ihn verwahrt haben,
        hat sich selber eine Weile in New-York herumgetrieben und mit einer
        Weibsperson, die sich durch schlechten Lebenswandel Geld gemacht hat,
        zusammen gewohnt. Ich habe selbige Weibsperson von früher
