 Versicherung«, dass die »Palme des Sieges« nur er allein davontragen
könne. Regelmässig aber habe ich davon das absolute Gegenteil im Herzen! Ich
sage ihm: Asselyn - bitte um Entschuldigung! (Für die unerlaubte Angabe eines
Namens -) Ich sage: Freund, Sie sind der Glücklichste der Sterblichen! Im
Gegenteil aber erwäg' ich meine bessern Umstände, sogar meinen »scheinbaren
Adel« und ähnliche »Chancen«. Diese »vorhabende« Reise morgen nach Witoborn ist
z.B. eine solche schlechte Erfindung meiner Doppelzüngigkeit! Nicht im
entferntesten liegt für mich ein Interesse vor, Wälder zu kaufen, die an keinem
»schiffbaren Wasser« liegen. Nichtsdestoweniger hab' ich dies schlechte Geschäft
als eine außerordentliche »Konjunctur« hingestellt, ja dem Freunde sogar
»schmählicherweise« mein Bedauern ausgedrückt, dass ich ihm durch meine
Anwesenheit in Witoborn ein »lästiger Zeuge« sein würde. Wie gesagt, ich fange
an stündlich über mich selbst zu stolpern und mich dem schaudervollsten Trübsinn
zu ergeben aus Desperation über mich selbst! Hochwürdiger Vater! Ich möchte auf
die ehrliche Straße zurück! Es würde mir dies »stellenweise« erleichtert werden,
wenn Sie, hochwürdiger Vater, die Güte haben wollten, meinen Freund zu
versichern, Sie wüssten aus »autentischer Quelle«, dass er geliebt wird. Ich
würde dann mit einer gewissen Erleichterung neben ihm meinen Platz im Postwagen
einnehmen; denn wir wollen diesmal mit der gewöhnlichen Diligence fahren ...
    Mit diesem schwungvollen Schluss endete Tiebold's gründlich einstudirte
Beredsamkeit ...
    Jeder andere, der dieser Flüstersprache zugehört haben würde, hätte sicher
seinem Ohr nicht getraut. Aber ein katholischer Priester hört dergleichen
Herzensergiessungen täglich. Die Neigung, die man bei Schulkindern das
»Anbringen« nennt, wird durch den Beichtstuhl in Bezug wenigstens des
»Anbringens über sich selbst« sogar geschult und erzogen. Und will man ein guter
Erzieher sein, muss man zugestehen, dass in dem Anbringen selbst über andere in
der Schule ein Keim liegt, der etwas Gutes enthält. Es kann ein Wahrheits- und
Gerechtigkeitstrieb sein, der nichts Unrechtes sehen oder leiden kann. Ein Kind,
dem man das Anbringen unter allen Umständen verleiden wollte, könnte leicht in
Gefahr geraten, am Guten irre zu werden; denn immer wird es denken: Ei, das
Böse ist doch dafür da, dass es entlarvt und bestraft werde; wie hindert man mich
denn, das Gute herzurichten? Und der Beichtstuhl hört deshalb mit Geduld alles,
was in ihm angebracht wird. Auch behilflich ist er, die Entdeckungen zu fördern
und das Gute so wieder einzurichten und einzufugen, dass die, die es verletzten,
nicht zu sehr dabei blossgestellt werden. Er legt Strafe und Züchtigung
vorzugsweise für die innere
