 rechten Vorderarm des heiligen Teopontus, reich in Silber und Edelstein
gefasst. Das Land sei unsicher, ließ er vermelden, er traue sich nicht, das
Geschenk zu senden.
    Der Abt wies den Mann nach dem hohen Twiel, der Herzogin Bericht zu
erstatten.
    »Was bringt Ihr Gutes?« frug sie ihn.
    »Nicht viel, möchte lieber was mitnehmen: den schwäbischen Heerbann, Ross und
Reiter, so viel ihrer Schild und Speer an der Wand hängen haben. Sie sind wieder
auf dem Weg zwischen Donau und Rhein ...«
    »Wer?«
    »Die alten Freunde von drüben herüber; die kleinen mit den tiefliegenden
Augen und den stumpfen Nasen. Es wird wieder viel roh Fleisch unter dem Sattel
mürb geritten werden dieses Jahr.«
    Er zog ein seltsam geformtes kleines Hufeisen mit hohem Absatz aus dem
Gewand: »Kennt Ihr das Wahrzeichen? Kleiner Huf und kleines Ross, krummer Säbel,
spitz Geschoss - blitzesschnell und sattelfest: schirm uns Herr vor dieser Pest!«
    »Die Hunnen139?!« fragte die Herzogin betroffen.
    »So Ihr sie lieber die Ungrer heißen wollt oder die Hungrer, ist mir's auch
recht«, sprach der Bote. »Der Bischof Pilgrim hat's von Passau nach Freising
melden lassen, von dort kam uns die Mär'. Über die Donau sind sie schon
geschwommen, wie die Heuschrecken fallen sie aufs deutsche Land, geschwinde wie
geflügelte Teufel sind sie auch, eher fängst du den Wind auf der Ebene und den
Vogel in der Luft, heißt's bei uns von früher her. Dass Koller und Dampf ihre
kleinen Rosse heimsuchte! ... Mich dauert nur meiner Schwester Kind, die schöne
Berta in Passau ...«
    »Es ist nicht möglich!« sagte Frau Hadwig. »Haben sie schon vergessen, wie
ihnen die Kammerboten Erchanger und Berchtold den Bescheid gaben: Wir haben
Eisen und Schwerter und fünf Finger in der Faust? In der Schlacht am Inn ward's
ihnen deutlich auf die Köpfe geschrieben ...«
    »Eben darum«, sprach der Mann. »Wer tüchtig geschlagen worden, kommt gern
wieder, um das zweitemal selber zu schlagen. Itzt sind andere Zeiten. Den
Kammerboten hat man zum Dank für ihre Tapferkeit später das Haupt vor die Füße
gelegt, wer wird sich noch voranstellen?«
    »Auch wir wissen den Weg, auf dem unsere Vorgänger gegen den Feind geritten
sind«, sprach die Herzogin stolz.
    Sie entließ den Mann von Augsburg mit einem Geschenk. Dann berief sie
Ekkehard zu sich.
    »Virgilius wird eine Zeitlang in Ruhe kommen«, sprach sie zu ihm und teilte
ihm die Nachricht von der Hunnen Gefahr mit. Die Lage
