
das Mädle hat. Er hat mir schon so eine Art Wink gegeben, freilich nicht mit dem
Holzschlegel, denn er hat gar einen besonderen Stolz. Aber er ist ordentlich,
bringt sein Sächle vorwärts und tät auch sonst besser für ein jungs Mädle passen
als so ein alter Krachwedel.«
    »Ei, Alterle, wie tust du doch so jung!« erwiderte die Sonnenwirtin.
»Übrigens hab ich ebenmässig nichts wider den Müller, und dem könntest du
außerdem einen großen Gefallen erweisen. Ich hör, er will bauen, und da werden
ihm ein paar tausend Gulden eine Frau erst recht wert machen.«
    »Das geht nicht!« brummte er dagegen. »Von der Sonne kann ich nichts
weggeben. Die ist und bleibt der Grundstock in der Familie, die darf nicht einen
Strahl von ihrem Glanz einbüßen.«
    »Dann wird er wenig Lust haben«, sagte sie. »Zum Bauen hat er das Geld
nötig. So wacker er ist, so ist er doch noch zu jung, als dass ihm jemand so viel
leihen tät! Also muss er's erheiraten.«
    »Soll anders wohin gehen.«
    »Der Chirurgus dagegen sagt, es sei eine Schande für einen Mann, wenn er
beim Heiraten aufs Geld sehe. Er begehrt nichts dazu, er sagt, deine Tochter wär
ihm lieb, und wenn sie nackt und bloß zu ihm käme, er wolle sie schon ernähren.«
    »Nu, wenn sich kein anderer meldet, so kann er sie haben.«
    »Ja sieh, aber er pressiert eben und wird auch nicht gerad warten wollen,
bis es uns gefällig ist. Mit dem Probieren ist's so eine Sach. Die Mannsleut
sind nicht so uninteressiert heutzutag. Wenn nun kein anderer käm, und der
Chirurgus ging sonstwo auf die Brautschau, so blieb eben das Mädle sitzen, und
das wär doch ein Spott und eine Schand.«
    »Hm!« brummte der Sonnenwirt.
    »Der Habich ist besser als der Hättich«, fuhr die Frau fort, »und wenn man
einmal etwas tun will, so tut man's besser gleich, damit's nachher nicht zu spät
ist. Mir kann's zwar soweit einerlei sein; es ist dein Kind und nicht meins. Was
geht's mich an, wenn sie eine alte Jungfer werden will? Meinetwegen kann sie in
der Wirtschaft bleiben, solang sie mag. Deshalb ist mir's am liebsten, wenn ich
dabei ganz aus dem Spiel bleiben kann. Nichts Schwereres für eine Stiefmutter,
als solcherlei Pflichten zu erfüllen; denn wenn ich noch so gut sorge, so bin
ich doch eben die rechte Mutter nicht, und wird mir mein Sorgen
