 Taufgebühr nicht zahlen kann. Ei, sagt er, da ist bald geholfen,
und gibt ihr einen Sonnenlouisd'or, sie solle ihn dem Pfarrer bringen und sagen,
eine Christenseele habe ihr aus der Not geholfen. Darauf geht sie in die
Sakristei, und wie die Kirche aus ist, kommt sie ganz vergnügt heraus. Nun! wie
hat's gegangen? fragte der Jude, der auf sie gewartet hat. Das Kind sei
glücklich getauft, sagte sie, sie hätte freilich geglaubt, der Pfarrer solle ihr
auf das Gold herausgeben, was ihm nicht eingefallen sei; aber dennoch hat sie
dem Juden tausendmal gedankt. Gott's Wunder, sagt der Leutnant Löw, wenn der Pf
äff herausgegeben hält, so war der Spaß freilich noch größer, aber Dank's wert
ist's auf keinen Fall, denn der Luckedor war falsch.«
    Die Gesellschaft brach in ein unbändiges Gelächter aus, in welchem sich
Schwamenjackels Stimme durch ein eigentümliches Grunzen unterschied.
Bettelmelcher lachte, dass ihm die Tränen in den Augen standen.
    »Leutnant Löw?« fragte der Gast, als man sich müde gelacht hatte. »Unter
welchem Militär gibt's denn jüdische Offiziere?«
    Das Gelächter brach von neuem so heftig aus, dass er, in der Überzeugung,
ungeschickt gefragt zu haben, mitlachen musste.
    »Diese Art Militär«, belehrte ihn der Zigeuner, »ist bei Mergental zu Hause,
steht aber nicht im Dienste des deutschen Ordens, obwohl unter allen Ländern
dort am besten zu leben ist, denn der Deutschmeister hat gelobt, nie einen mit
einer Todesstrafe zu belegen und nie die Auslieferung eines Flüchtigen zu
verlangen, und alle seine Untertanen vom Schulteissen bis zum Nachtwächter
halten's mit uns; dort ist kein Bub und kein Mägdlein, das nicht Jenisch
versteht. Darum wird auch kein vernünftiger Koch um in jenem Gebiet etwas
anstellen, aber es ist ein sehr günstiges Terrain, um von da aus in der Umgegend
mit Unternehmungen aufzutreten. Drei Leutnants haben dort Gesellschaften
gegründet mit einer Einrichtung, die man sonst nirgends trifft. Jeder hat
ungefähr dreißig Mann unter sich, meist Juden, auch Zigeuner, und im Notfall
werben sie auch sonst taugliche Leute dazu. Wenn ein Koch unternommen werden
soll, so wird zuerst der Waldoberer ausgeschickt, der die Gelegenheit
auskundschaftet und dafür seine besondere Belohnung erhält. Der kauft dann etwa
einem Bauern ein paar Ochsen ab und sieht, wo er das Geld hintut, damit man's
wieder holen kann und weiteres dazu. Dann schickt der Leutnant seine Knechte aus
und lässt seine Leute von Ort zu Ort - bei den Judenschulen trifft man sie am
sichersten - auf einen Sammelplatz zusammenbieten, reicht ihnen auch, bis die
Sache ausgeführt ist
