 besät, so liegt
es um die Festung da. Sie sind uns nachher oft doch etwas höher vorkommen, als
man von oben meint; aber nichtsdestoweniger ein prächtiges Revier für Gäste, die
aus dem Luftschloss zur schönen Aussicht abgereist sind; denn es reicht ein Wald
dem anderen die Hand. Dazu hatten wir just die Zeit abgewartet, wo das Laub
ausschlägt; es deckt einen doch besser, und der Wald sieht so traurig aus, wenn
er nackt und kahl ist. Mein Kamerad - ja so, von dem hab ich dir noch gar nichts
gesagt; hab ich dir nie von dem jungen Zigeuner erzählt, den ich einmal aus dem
Zuchthaus mit nach Ebersbach gebracht hab?«
    »Ja«, sagte sie, »du hast ihn bei deinem Vater als Knecht anbringen wollen,
und der hat dir dafür eine Ohrfeig hingeschlagen.«
    »Richtig, und der war mein Kamerad beim Ausfliegen. Ich hab ihn auf der
Festung wiedergefunden. Der ist aber unter der Zeit flügg worden; das ist ein
ganz Ausgelernter. Wiewohl, er war schon damals viel schlimmer, als ich ihn
dafür angesehen hab. Was meinst, dass er zu mir gesagt hat? Es hab ihn höllisch
verdrossen, dass es mit dem Dienstle nichts worden sei; er war ein paar Wochen
dageblieben, hält unterdessen etliche Freunde herbeigezeiselt und in einer
schönen Nacht das Ebersbacher Sonnenwirtshaus ausgeplündert.«
    »Das ist aber ein schlechter Kerl!« rief sie zornig. »Dem hast mit deiner
Bärenfaust eins gesteckt, gelt?«
    »Lieb's Weib«, sagte er bedächtig, »wenn man miteinander aus Numero Sieben
fortwill, so nimmt man's nicht so streng mit dem Glauben; da denkt man: du
hilfst mir, und ich helf dir. Ich hab gerlacht und hab ihm gesagt, den Gedanken
mit der Sonne soll er sich vergehen lassen, da seien viel Leute drin und viel
Leute in der Nachbarschaft, und an großen, starken Hunden sei auch kein Mangel -
ich hab noch ein paar dazugemacht. Der scheele Christianus, so heißt man ihn,
hat's in seiner Art gut mit mir gemeint und hat mich mit Gewalt mitnehmen
wollen, hat mir auch das beste Leben versprochen und hat's nicht begreifen
können, dass ich nach Ebersbach wolle, wo ich ja vogelfrei sei; aber ich bin fest
dabei blieben, und so hat er mich zuletzt, ich muss sagen, recht ungern ziehen
lassen, hat mir auch guten Rat und Anleitung geben zum Fortkommen, was ohne
einen Zehrpfennig keine Kleinigkeit ist, und endlich hat er mir noch seinen
Zinken, das heißt, sein Wappen oder Wahrzeichen, dergleichen jeder von ihnen
sein eigenes führt, anvertraut. Es könnte ja doch
