 eben so gut einer mit Kartätschen geladenen Batterie in die
Mündungen sehen, Villard,« lachte der Erzähler, »als in die Augen dieses kleinen
Teufels, das Einzige, was aus der Umhüllung des widerlichen Jaschmaks zu sehen
ist.«
    »Aber woher weiß man da, dass sie jung und schön?«
    »Alle Welt in Konstantinopel sagt es. Sie war erst acht Tage vorher mit
ihren hundertundfünfzig Arnauten eingetroffen. Sie soll die Tochter eines
verstorbenen Pascha's sein und sehr reich, denn sie erhält ihre Schaar aus
eigenen Mitteln.«
    »Ihr Name?«
    »Sie nennt sich bloß die Rächerin!«
    »Bah - eine Komödiennärrin! Und sie kommt hierher?«
    »So hörte ich.«
    »Da ist der Adjutant. Willkommen, Bertolin - was Neues?«
    »Der Briefsack ist mit dem Roland eben angekommen, der die Dritten von den
Zuaven gewacht hat. Hier, einige Briefe für Sie.«
    »Geben Sie her. - Peste - das ist von der kleinen, Klairon im Variété, sie
schreibt immer mit gelbem Kouvert.«
    »Mir den Charivari!«
    »Eine Nummer des Moniteurs - will Niemand?«
    »Ah, bah - wir lesen der offiziellen Albernheiten genug in den
Proclamationen des Marschalls.«
    »A propos - ist es unehr, dass eine Ordre wegen der Brunnenvergiftungen
erlassen ist? Das Wasser ist so verteufelt schlecht, dass man wahrhaftig daran
glauben sollte.«
    »D'rum trinken Sie auch nur Bordeaux, Kommandant.«
    Der ziemlich corpulente Bataillonschef fasste sich an die rote Nase.
    »Diantre, er ist nur so abscheulich teuer in diesem verfluchten Nest!«
    »Hat Jemand von Ihnen den Kapitain de la Tremouille gesehen?« fragte der
Adjutant, »hier ist ein Brief für ihn.«
    »Er ist heute Morgen an der Cholera gestorben,« sagte eine Bassstimme vom
Nebentisch. »Lieutenant Walton machte ihm Platz im Lazaret.«
    »Peste - diese Lazarete, man bekommt das Fieber, wenn man daran denkt.«
    »Neuigkeiten von Paris? Leblanc, ich beschwöre Sie, was sagt man im Foyer
der Oper?«
    An den Krieg, an den bevorstehenden Feldzug dachte kein Mensch.
    »Es ist allerdings der Befehl gegeben,« erzählte der Adjutant, »dass kein
Grieche oder Türke sich den Brunnen im Innern der Stadt nähern darf.
Schildwachen sind ausgestellt und haben Ordre, in der Nacht auf Jeden zu feuern,
der nicht zu den Truppen gehört. Man hat in dem einen an der kleinen Moschee
Choleraleichen gefunden.«
    »Pfui! - Mir wird übel werden, wenn ich noch ein Mal Wasser ansehe.«
    »Roqueplan1 hat in der Tat mehr Glück als Verstand
