 die Feiglinge,« sagte eifrig die Khanum; »die das geraten sind
Söhne eines Hundes, ihre Väter sind Hunde und ihre Mütter sind Hündinnen. Sie
verunreinigen mit ihrem Atem den Ruhm des Großherrn.«
    »Allah bilir, Gott allein weiß es!« stimmte die Schwester des Padischah bei.
»Wer wird unsere Schulden an diese Armenier und Juden bezahlen, wenn es nicht
zum Kriege kommt und unsere Männer Geld verdienen? Ai gusum, sieh mich an, Licht
meiner Augen, Sultana Fatima, Du musst es verhindern!«
    Die Circassierin wiegte schlau den Kopf.
    »Der Padischah ist unser Aller Herr. Wie kann ich tun, was Du sagst, ich
bin Nichts als ein Weib.«
    Die erste Khanum des türkischen Heerführers, eine frühere Dienerin des
Palastes, durch deren Intriguen Omer hauptsächlich seine rasche Karriere gemacht
hat, verstand jedoch in ihren Augen zu lesen.
    »Allah erbarme sich! wo wäre unsere große Sultana, wenn Sie nicht für jede
Gefahr ein Mittel hätte. Ich weiß, was ich weiß.«
    »Wie viel Sonnen braucht ein Tartar13, um zu Deinem Gatten zu kommen?«
    »Der Sirdar ist in Rustschuk. In drei Tagen macht der Tartar den Weg, wenn
die Balkanpässe offen sind.«
    »Pek äji, sehr wohl. Wisst Ihr, ob die Botschaft schon abgesandt ist?«
    »Was soll ich sagen? Mein Gatte Mehemed fürchtet es.«
    »Ein Mann ist ein blindes Tier; er sieht bosch, Nichts. Der Padischah hat
sie in der Tasche behalten.«
    »Adschaid! Wunderbar!«
    Beide Frauen hoben die Hände in die Höhe.
    »Ihr seid keine Eselinnen, Euer Witz ist gut; wisst Ihr warum?«
    »Wir sind Staub unter Deinen Füßen,« liebedienerte die Khanum, »wir wissen
Nichts.«
    »Bak, seht.«
    Ihr Finger wies wiederum auf die blonde Sklavin, die in dem Augenblick halb
aufgerichtet aufmerksam auf die Jüdin schaute.
    »Ne olda14?«
    »Wenn wir ihn fern von dieser halten können, wird auch die Botschaft gar
nicht abgesendet werden. Wir brauchen nur zwei Tage Zeit. Hafiz sagt: Der Wille
eines Mannes ist Wachs in der Hand des Weibes, das sein Lager teilt.«
    Die Frau des Sirdars nickte verstehend.
    »Wird der Herrscher der Gläubigen die Nacht in diesem Harem zubringen?«
    »Ich glaube es. Es ist unsere Reihe und er hat mir seinen Besuch verkünden
lassen.«
    »Die Macht Deiner Reize ist groß, o Sultana, sie blühen wie die Rosen von
Schiraz. Aber warum hast Du denn diese Schlange hier behalten?«
    »Du redest Torheit. Das böse Auge der Buhlerin hat den Padischah bezaubert
