, der das für möglich hielt, der mit seinem heillosen
Argwohn - o Gott, ich weiß nicht, was ich rede - Dank, tausend Mal Dank, sie ist
gerettet -« »Gemach, mein Herr!« - »Sie ist für mich gerettet. Um das Übrige
kümmere ich mich nicht.« - »Es bleibt, dünkt mich, noch viel übrig.« - »Das
Andre, ich bitte Sie - nicht wahr, sie soll auch ihren Hausknecht vergiftet
haben, und ihren Mann mit Bücherstaub, und ein Attentat mit Trüffelwürsten, die
sie ihrem Schwager Lupinus schickte. Erlauben Sie mir, dass ich darüber lache.
Nach einer so ernstaften Stunde fühlt man zuweilen das Bedürfnis. Nun
inquiriren Sie, Liebster, so viel Sie wollen, wenn Sie mir nur sagen, sie hat
keine Kinder vergiftet -« »Das sagte ich nicht unbedingt.« - »Bedingt oder
unbedingt, mir gleich viel.« - »Man hat eine Substanz gefunden -« »Die wie
Arsenik aussieht. Liebster Fuchsius, ich will Ihnen etwas zugeben, ich will sehr
viel zugeben, es ist Arsenik. O es ist zum Todtlachen! In den Bücherstaub soll
sie ihn gemischt haben! Nicht wahr? Da muss sie ihn vorher im Mörser stampfen,
reiben, ausschütten, in ein Behältnis, eine Schachtel füllen, damit gar nichts
vorbeifällt; dann muss sie es in eine Streusandbüchse tun und nun in die Stube
schütten, schwenken, sprengen. Erlauben Sie mir, wenn das die Frau vermochte,
ohne sich selbst zu vergiften, verdiente sie ein Prämium der Akademieen.«
    »Der Staub auf seinen Lieblingsbüchern ist untersucht und Hermbstädt hat
Arsenik darin gefunden.«
    »Der gute Hermbstädt! Verstehen Sie mich recht, ich zweifle gar nicht daran,
ich wundre mich nur, dass Hermbstädt ihn gefunden hat. Ich will ihn finden, wo
Sie wollen: da hier im alten Lederrücken des Stuhls, in Ihren Pantoffeln,
Arsenik ist überall, selbst in Ihrem Blute. Es kommt nur darauf an, ihn zu
sekretiren. Da rufen Sie mich, Teuerster, wenn Sie die Untersuchung nicht
aufgeben, und Sie sollen das Wunder sehen, aus seinen schweinsledernen Folianten
will ich, vor Ihren Augen, so viel Arsenikstaub entwickeln, um das ganze
Kammergericht vom Präsidenten bis zum letzten Nuntius, damit zu vergeben. Da
würden manche Leute triumphiren, die immer gesagt, dass in den Büchern Gift
steckt! - Au revoir!«
    »Aber im Magen des Dieners stak positiv ein starker Arseniksatz. Wie
erklären Sie das?«
    Wandel verbeugte sich: »Gar nicht; wo das Märchen anfängt, kriecht die
Vernunft in ihr Schneckenhaus. Wenn der Märchendichter ein Motiv erfindet, warum
die Lupinus
