 ein Anderer geworden,
seit unsere Truppen in ihre Kantonnements zurückgekehrt. Was er fordert ist
nicht mehr der Schönbrunner Vertrag, heißt es. Ja, man spricht, dass Haugwitz
wirklich am 15. Februar diesen neuen, noch demütigerenden Vertrag abschloss. Er
liege jetzt dem König zur Unterzeichnung vor.«
    »Liebster, bester Freund, warum hören Sie darauf? Sie brauchen es doch
wahrhaftig nicht. Ja, es steht schlimm, sehr schlimm, wir werden noch mehr
nachgeben müssen, aber wer ändert es? Sie nicht, ich nicht, Niemand. Man muss
laviren und abwarten, bis ein glückliches Changement kommt. Wir sind in einen
Sumpf geraten, je mehr wir strampeln, um so tiefer versinken wir. Nur nicht die
gute Laune verloren. Hören Sie draußen den Leiermann:
Es kann ja nicht immer so bleiben
Hier unter dem wechselnden Mond.
Da, trinken Sie, oder wollen Sie schäumenden? Ich klingle.«
    »Der Wein ist gut, aber er steigt zu Kopf.«
    »Nun denken Sie an den armen Haugwitz, wie es in seinem aussehen muss. Kann
er dafür? Verdenken Sie's ihm, dass er sich auch nicht beeilt aus Paris
zurückzukehren? - Die schnaubende Koterie hier in Reiterstiefeln, die Rüchel,
Blücher, die Prinzen! Und das Geschwätz, Gesinge, Gebrüll hinter ihnen.«
    »Die Gnade Seiner Majestät wird, als schirmender Fittich, ihn vor Outrage
bewahren.«
    Herr von Bovillard schien bereits in einer behaglichen Weinlaune: »Gewiss.
Der König lässt ihn nicht los. Wissen Sie, eigentlich - eigentlich kann er ihn
auch nicht leiden, wie uns Alle nicht, aber - das ist es eben. - Trinken Sie
doch, Wandel, man kann jetzt nichts Besseres tun. C'est le mystère de notre
temps, dass wir unentbehrlich sind. Von der Kanaille bis ins Schlafgemach Seiner
Majestät, - sie können uns Alle nicht leiden, möchten uns köpfen, erwürgen,
vergiften - - von unsern Posten jagen -« »Wo findet Seine Majestät Staatsmänner
-« Mit einem sehr pfiffigen Blick und einer eigentümlichen Handbewegung fiel
der Geheimrat ein: »Er findet sie schon, er braucht nur auf die Straße raus zu
greifen -«
    »Die Lust haben Minister zu sein, ja, aber Männer Ihres Scharfblicks!«
    »Wissen Sie, was Oxenstjerna an seinen Sohn schrieb: Mein Sohn, Du glaubst
nicht, etcaetera. Liebster Wandel, warum denn nicht Wahrheit zwischen uns! Wenn
wir uns in dem Spiegel sehen - und doch - in keinem Stande Freunde, und doch -
wir bleiben, wir werden bleiben, und Sie und ich, wir wissen, warum wir bleiben.
- Auf das Wohl Seiner Majestät des
