 sagt, was ich mir auch
sagen könnte. Man ist manchmal auf den Kopf gefallen, Herr Rittmeister. Fallen
tut nichts; man steht wieder auf. Aber auf den Kopf muss man nicht fallen, Herr
Rittmeister! Also sagt mancher Mann: es kann ja inzwischen was passieren, er kann
ja auch in den Krieg wollen, es kann ihn eine Kugel treffen. Einen toten
Menschen kann man nicht in Wechselarrest bringen. Und wenn er auch nicht in den
Krieg zieht, die Herren Kavaliere haben oft Händel. Sehen Sie mal, er kann ja in
ein Duell geraten. Paff! Wird mich der Todtschiesser honoriren? Ja, wenn so ein
Gesetz existirte! - Fällt mir bei, der Herr von Wandel hatte ja neulich eine
solche Affäre. Richtig! Mit dem Sohn vom Geheimrat Bovillard! - Und Sie - ja
Herr Rittmeister waren ja dabei.«
    »Wissen Sie das auch?«
    »Der Herr Legationsrat waren wohl erstaunlich mutig? Wollten immer drauf
los?« Jetzt fixierte der Rittmeister den Anderen: »Hol' mich Der und Jener! - Ich
glaube, Sie wollen mich aushorchen, was ich von ihm denke.«
    Herr van Asten sagte nicht ja und sagte nicht nein; er lächelte nur: »Weiß
schon vielerlei, aber - wenn man auch schon das ganze i geschrieben hat, kann's
einem doch gerade noch auf das Tippelchen drauf ankommen. Ist ein Politikus.
Einem Politikus gegenüber muss man wieder einer sein. Ob er ein Spion des
Groß-Mogul ist, oder ein Geisterseher, oder ein Magnetiseur, oder ein Lovelace,
oder - oder - was kümmert's mich, aber - verstehen Sie mich, das Eine möchte ich
wissen, ist's da mit rechten Dingen zugegangen, oder -«
    Der Rittmeister fuhr mit der Hand in die Frisur: »Blitz, ich glaube nein!
Und wollen Sie's recht wissen, drei Mal, drei Mal nein. Und - unter uns: Es
stinkt! Er hat's, Gott weis; durch wen, der Polizei gesteckt.«
    »Also nicht der junge Bovillard?«
    »Ein grundehrlich Blut, réparation d'honneur. Wie ein Kavalier sich
benommen.«
    »Aber der Legationsrat hat ihn wieder aus dem Gefängnis losgebeten?«
    »Um ihn als Kourier fortzuschicken. Die Memme!«
    Der alte van Asten lehnte sich auf den Tisch und schüttelte den Kopf: »Da
hätten wir also das Tippelchen auf dem i. - Na, Herr Rittmeister, welchen Wein
lieben Sie am meisten? Werden mir doch die Ehre erweisen und Bescheid tun auf
ein Gläschen?«
    Ein Tokaierfläschchen stand auf dem Tisch und färbte schon mit dunklem Gold
zwei Gläser,
