 mit Lombard abmachen.«
    »Ich will darüber nachdenken.«
    »Reiten ist sehr gut. Treibt auch das finstre Blut aus. Sollten auch reiten,
Geheimrat, Ihr Embonpoint - aber besser, wie gesagt, ist Karlsbad. - Haben Sie
solche Eile?«
    »Zu Herrn von Wandel, dem ich noch meinen Dank schulde. Man trifft ihn so
selten zu Hause.«
    »Verschliesst sich auch viel in seinem Laboratoire.«
    »Oder bei der Lupinus,« lächelte Bovillard.
    »Inklination!«
    »Wer hätte das denken sollen!«
    »De gustibus - wissen Sie. Überhaupt was der Mann prästiren kann! Sagt mir
der Präsident vom Pupillenkollegium, tagelang sitzt er in der Registratur ohne
Refraichement.«
    »Was macht er denn da?«
    »Liest die Akten durch. Ich habe ihn empfohlen.«
    »Wozu die Pupillenakten?«
    »Was der Mann sich für Agrikultur interessiert!«
    »Der Grund und Boden der märkischen Güter ist doch nicht in den
Pupillenakten verzeichnet.«
    »Er findet Ihnen im kleinsten Umstand Renseignements. Sie glauben nicht, wie
merveillös er im Diviniren ist. Aus einer Gutsrechnung, was an Gerste, Korn,
Weizen gewonnen ist, zu welchen Preisen das Holz fortging, wie viel Torf
gestochen ist, daraus macht er Schlüsse, zum Etonnement. Sein Kopf ist voll
Verbesserungspläne für unsere Landwirtschaft.«
    »Um so mehr zu bedauern, dass Haugwitz einen Degout gegen ihn hat. Was könnte
er im Staatsdienst nützen!«
    »Hat er den Gout dafür?«
    »Der kommt von selbst, wenn man unter Ministern wie Excellenz arbeitet.«
    »Ich ästimire ihn sehr. Hat geniale Gedanken, zum Beispiel über
Schafzüchterei. Wie ich mich mit meinen Bauern separirt habe, das möchte er
allen Gutsbesitzern zum Exempel hinstellen. Hat mir eine Rechnung aufgemacht,
wie viel der Gutsherr eigentlich Schaden hat bei den Frohndiensten. Ich
versichere Sie, die Augen gingen mir über -«
    »Vor Freude, dass Ihr Genie ein so glückliches Arrangement getroffen. Die
Bauern sind gewiss auch zufrieden. -«
    »Sie wissen, wie Bauern sind.«
    »Aber das Publikum verehrt Excellenz als einen Wohltäter der unterdrückten
Menschenklasse, und als der Staat für Ihre Verdienste Ihnen Schöneichen
schenkte, hat er nicht daran gedacht, dass es so viel mehr wert war, als
Excellenz daraus gemacht. In der Taxe, die Seiner Majestät damals vorgelegt
wurde, war es ja wohl nur geschätzt auf -«
    Der Minister unterbrach ihn: »Ich ästimire, wie gesagt, Herrn von Wandel
sehr, indessen -«
    »Seine Relationen mit der französischen Ambassade?«
    »Was kümmert mich das! Möchte er den Türken dienen oder wem draußen. Aber -
