 sagte der Minister und legte seufzend seine Hand auf
Bovillards Schulter. »Dann wäre Vieles besser. Das waren die Herren von der
Theorie unter den vorigen Königen! Gestehen Sie mir, Geheimrat, ist das ein
kluger Staatsmann, der eine Domaine, weil sie nur tausend einbringt und er
hoffte eine Million, der sie darum für 'nen Spottpreis fortgibt! Brauchten wir
unser Korn, Holz den Engländern zu verkaufen, uns von ihnen Preise machen
lassen? Müssten wir noch von ihren Kolonialwaaren nehmen? Hätten wir Not, wo
unsre schlesische Leinwand lassen? Brauchten wir Russland zu bitten, wie neulich,
unsere inkorrigiblen Verbrecher nach Sibirien zu schaffen! Kolonien, Herr
Geheimrat, und wir schafften unsre Verbrecher hin, unsre Rohprodukte, unsre
Fabrikwaare, Ihren Herrn Sohn auch, wir machten allein die Preise, und die
Kolonisten müssten kaufen und bezahlen. Wenn das wäre, könnten wir doppelt
lachen über die Kalamitäten um uns her; wir können es aber auch so. Sie schlagen
sich, plündern, brennen, verwüsten, und wir kultiviren unser Land, protegiren
unsere Fabriken. Dann halten wir Markt und machen auch die Preise. Wie steigen
jetzt schon unsre Güter mit den Friedensaussichten! Wissen Sie, was man mir für
Schöneichen geboten hat? - Der Herr van Asten in der Spandauerstrasse möchte es
gern. Will das Holz schlagen lassen, Brettermühlen anlegen; aber ich lasse es
ihm nicht. A propos « - der Minister zog den Geheimrat bei Seite und sprach
leiser - »kennen Sie den van Asten?«
    »Er gilt für einen sehr respektablen Mann.«
    »Ja, ja, aber das intus! Er hat viel in französischen Weinen gemacht. Seit
dem Lager von Boulogne ist das Holz in Frankreich teuer. Will nun in Brettern
hinmachen und in Wein retour. Entre nous soit dit, warum soll man den Vorteil
nicht mitnehmen! Warum soll ich nicht selbst mein Holz zu Brettern und die
Bretter zu Geld machen, oder auch zu Wein. Wein im Keller ist baares Geld.«
    »Und der Wein aus Excellenz Kellern unter Freunden doppeltes Geld wert.«
    »Also Sie meinen, man kann ihm trauen? Aber Schöneichen lass ich ihm jetzt
nicht. Wissen Sie, wie hoch es der Legationsrat taxirt?«
    »Herr von Wandel ist ein Kenner.«
    »Hat mir Mergellagerungen nachgewiesen, an die kein Mensch gedacht. Hat sich
auch sehr nobel bewiesen gegen Ihren Sohn, seine sogenannte diplomatische
Qualité ganz desavouirt.«
    »Von einem so edel gesinnten Manne konnte ich es erwarten.«
    »Er meinte, ob man Ihren Sohn nicht auf eine schonende Weise, etwa durch
einen Kourierritt nach Petersburg oder Madrid entfernen könnte? Was meinen Sie
dazu? Können's ja
