 Himmel runterstüpfen,
und was das Ärgste von allem sei, sie wollten sich gar nicht weisen lassen,
meinten, sie verstünden alles, sie seien so viel als er der ja auch nur Knecht
gewesen. So einer, dächten sie, wie er wohl merke, solle nicht kommen und sie
kujonieren wollen, so einem stehe es übel an. Habe geglaubt, er könne auch was
verdienen, dass er halbbatzige Bürschchen zu brauchbaren Knechten mache. »Das
wäre wohl gut,« sagte Johannes, »aber du wolltest es nur zu gut machen. Für
Plätze, wie du sie hast stelltest du die Bürschchen viel zu leicht an; sie
begreifen, wie es scheint, gar nicht, was sie versehen sollen, sondern bloß, dass
sie Karrer und Melker sind. Wo einer nicht weiß, was er zu tun hat, sieht er
alles Zurechtweisen als Kujonieren an. Nimm ein Mensch, welches sein Lebtag nur
den Schweinen gekocht hat, und stelle es in eine Herrenküche als Köchin, so wird
es Jahre gehen, ehe es begreift, dass ein Unterschied ist zwischen einem
Schweinetrog und einem Herrentisch, und die Frage ist, ob es je dahin kommt,
menschlich zu kochen für die Herrschaft. Das Gleiche hast mit dem Handwerker. Am
übelsten fährst immer mit denen, welche aus Lehrjungen sich eigenmächtig zu
Meistern avancierten. So hast du es allenthalben. Mache aus einem gemeinen
Schreiber oder Schreibersknecht einen Staatsrat oder einen Kreispräsidenten, so
wird er sein Lebtag nie lernen, was er soll, nie die rechte Wurde kriegen,
sondern nur Hochmut und eine Anmassung vom Teufel.« »Ja, ja,« sagte Uli, »ich
hatte nicht Glück, ein andermal hoffentlich geht es mir besser.« Wetter, dachte
Johannes, ist der auch schon so avanciert, dass er seine Böcke nicht mehr für
Böcke ansehen kann?
    Übrigens hatten sie einen recht gemütlichen, heimeligen Tag. Sie hatten das
Taufemahl daheim, besondere Gäste waren nicht geladen; was auf die Zunge kam,
handelte man traulich ab, wurde nicht alle Augenblicke gezwungen, die besten
Faden im Gespräche abzureissen, weil Unberufene in die Stube stürmten. Gut und
währschaft wartete Vreneli auf, dass selbst Vetter Joggeli sagte, eine Wirtin
hätte es werden sollen, es verstünde es und dazu stehe es ihm noch wohl an, zwei
Dinge, die nicht immer beisammen seien. Die Bodenbäurin erzählte viel von ihren
Kindern, namentlich von der ältesten Tochter, welche am Heiraten war. Eine
Mutter kann nie glücklicher sein, selbst an ihrem eigenen Hochzeittage nicht,
als wenn sie ihrer Tochter die Hochzeitpredigt halten kann; ohne Tränen geht sie
nie ab, das reinste Glück presst bei echt weiblichen Herzen immer Tränen aus den
Augen. Wie am
