
angenommen, und namentlich in solchen Dingen darf man nicht stürmen, da muss das
einmal gegebene Wort gelten. Es ist leicht möglich, Hagelhans käme nicht
darüber, aber würde er es vernehmen, denkt, was er glauben würde! Für einen
Preller müsste er Euch halten. Ich kenne den Mann nicht und habe wenig von ihm
gehört, aber selten ist einer so böse, dass er nicht noch Gutes an sich hat, und
wie Viele schlechter sind, als sie scheinen, so ist doch auch hier und da einer
besser, als er scheint. Ich täte es an Eurem Platze.« »Nun, wie Ihr meint, Herr
Pfarrer, so schreibet, aber zuwider ists mir und das Kind kann mich dauern. Wenn
ein Vater oder eine Mutter im Zuchtbaus waren oder am Galgen starben, als das
Kind noch in der Wiege war, so sagt man es dem Kinde auch nicht gerne, wer Vater
oder Mutter gewesen sind; so wird es mir mit dem Paten gehen, wenn das Kind nach
ihm frägt.« »Wer weiß,« sagte der Pfarrer. »Manchmal geht es ganz anders, als
man denkt. Die Mutter wird wohl ihre Gründe gehabt haben, als sie Euch sandte.«
»Weiß es nicht.« sagte Uli. »Manchmal zwingen die Weiber was, nur um das
Mannevolk zu plagen, und ich glaube schier, die Base habe es auch so gehabt und
hat nur so aus Bosheit mich an den Vetter gehetzt, gegen den sie einen Zahn zu
haben scheint, so wie er gegen sie.« »Man muss immer das Bessere glauben. Uli,«
sagte der Pfarrer. »Vielleicht wollte sie eine Gelegenheit zur Versöhnung
suchen.« »Ja, ja, man sollte,« sagte Uli, »aber man kann nicht immer.«
    Die Sache war also verrichtet, aber einen zufriedenen Bericht brachte Uli
nicht heim und der Base gab er manchen Tag kein gut Wort, und nur hintenum durch
Vreneli vernahm sie, wie es Uli ergingen. »Ihr hättet das Uli nicht anrichten
sollen,« setzte Vreneli bei. »Warum nicht?« antwortete die Base, »einen Paten
musstet ihr haben und gefressen hat er Uli nicht. Mich nahm aber wunder, mal
wieder was von ihm zu vernehmen, dem Unflat. Er ist scheints immer der Gleiche;
schade ists um ihn, wäre der anders ausgefallen, aus dem wäre was geworden,
einen Kaiser hätte er abgegeben wegen Befehlen und Regieren, aber dann hätte der
liebe Gott den Leuten die Köpfe anders befestigen müssen, sonst wäre in Hanse
Reich bald keiner mehr auf einem Halse gestanden.« Der Tauftag eines Kindes ist
in all Wege immer ein sehr feierlicher Tag
